Die Lehrstellen zwischen den Zeilen

Betrachtung zum Thema Schreiben

von  Vaga

1. Zeige mir, was du reimst, und ich reime mir daraus zusammen, wer du bist.

2. Unsichtbare Zwischenzeilen erzählen mir mehr über die schreibende Person, als sie auf sichtbaren Zeilen über mich und Gott und die Welt zu erzählen weiß. 

3. Gutgläubige Anhängerschaften bilden sich redlich, auch wenn ihnen der Redner, an dessen Lippen sie hängen, mit erhobenem Zeigefinger ins Auge sticht.  

4. Kann Sprache gewaltfreier werden, wenn sie selbst von als gebildet geltenden Menschen mit Vulgarismen gefüttert wird? 

5. Wo die sprachlich-plumpe Abwertung nur Wunden reißt, wird das elegant geführte Wort zum wertvollen Lehrstoff. Es seziert den Hochmut, ohne sich selbst an ihm schmutzig zu machen


6. Abwertende Worte über andere zu verlieren, dient nicht selten der Genugtuung derer, die Lust daran empfinden, sprachlich ihre eigenen moralischen Hemmungen zu verlieren. Ein Spiel, bei dem der Redner riskiert, am Ende selbst als Verlierer dazustehen.


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Kommentare zu diesem Text


 Aber (21.08.26, 12:49)
So schlimm  ist unser Ekki nun auch wieder nicht,  liebe Vaga.

 Vaga meinte dazu am 21.08.26 um 12:59:
Nanu, Aber! Meine Gedanken sind doch eher eine allgemeine Beobachtung zum Thema Schreiben mit Hinblick auf einen angemessenen Umgangston. Dass du beim Lesen sofort an eine ganz bestimmte Person denken musstest, spricht allerdings Bände über die Wirkung von Zwischenzeilen.

 Janna antwortete darauf am 21.08.26 um 13:23:
@ Vaga

Gut gekontert!

 Janna (21.08.26, 13:33)
Ich habe alle gelesen, werde das aber nochmal tun, da ich alle nachdenkenswert finde. Nummer 3 hat sich mir sofort eingeprägt, da sehr bildhaft und für mich witzig.
Über den ersten Aphorismus schmunzele ich gerade. "Sich etwas zusammenreimen" bedeutet ja, dass man es mit der Wahrheit nicht so ganz genau nimmt. Man vermutet, ergänzt vll. mit Fantasie und glaubt, dass...
Ich glaube, dass man einen Autor an seinem Stil erkennen kann und vielleicht kann man an der Art des Schreibens auch gewisse Charaktereigenschaften erkennen oder das annehmen. Aber wissen, welcher Mensch mit welchen Charaktereigenschaften sich wirklich hinter seinen Texten verbirgt, stelle ich mir schwierig vor.
Ich werde später nochmal reinschauen, finde deine Gedanken interessant.

Kommentar geändert am 21.08.2026 um 15:45 Uhr

 Aber schrieb daraufhin am 21.08.26 um 15:53:
Das trifft Ekki,  oder?
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