bagemyl I und II

Sonett

von  rochusthal

I

winziges dorf an der randow zu pommern

einst schrieb ein lehrer hier beinah ein buch

tiere und menschen in stall und geruch

seit soviel wintern und soviel mehr sommern

 

seit eine schwalbe die damals gekommen

sicherheit suchte und fand auch das dach

kamen soviele verwandte ihr nach

leben erhalten verspielt und genommen

 

häuser entstanden und häuser verfielen

menschen verliefen sich zwischen den zielen

oder sie kamen in flucht fluch und qual

 

traute papiere stets unter den dielen

sicherstes erbe die kinder beim spielen

schwalben und menschen sie singen im tal

 

 

 II

das moosbewachsne gottesauge wacht

nicht mehr weil niemand sich verschworen

hat und keiner ist zu früh geboren

und früh hat keiner auch nur nachgedacht

 

so wird die weltverschwörung nicht gemacht

sie ist im weiten urstromtal verloren

sodann ward nichts und niemand auserkoren

es wird noch nicht einmal zu laut gelacht

 

doch fehlt hier nichts auch nicht der gute wille

und güte ist in großen massen da

und wasser fließt und sagt nur immer ja

 

ganz sanft nimmt es den bösen schmerz mit fort

und zeigt wohl das hier ist ein guter ort

das tal der gottesacker und die stille

 




Anmerkung von rochusthal:

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