Futterneid

Gedicht

von  Janna

Hastig pickt die Amselmutter
unterm Kirschbaum Körnerfutter.
Kommt ihr treuer Amselmann,
hackt sie ihn, so fest sie kann.
Hungrig, mit gesenktem Kopf,
flüchtet dieser arme Tropf
sich in einen Lorbeerstrauch,
bis die Gattin fertig ist
und ihm gestattet, dass er frisst.
Das ist bei den Amseln Brauch!



Anmerkung von Janna:

Grafik KI

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Kommentare zu diesem Text


 niemand (01.09.26, 08:40)
@ Janna
Ich sehe in Deinem Gedicht keine gute Meinung über die "Weiblichkeit", auch wenn sie nur die eines Vogels ist. Da ich keine Ahnung von der Vogelwelt habe, drängt sich mir die Frage auf: Sin Amselmännchen nicht auch so? Oder ist das Verhalten der Amselfrau naturprogrammiert? Also auf Vorrat, zwecks Versorgung der Brut? Abgesehen davon spricht das Gedich auch über Menschen und deren Neid, nicht nur Futterneid,sondern auch den Neid auf allen Gebieten, allerdings hier "kenne" ich mich aus und würde sagen, ob Männchen, oder Weibchen, wenn es um einen Vorteil geht, sind beide nicht weit voneinander entfernt. Hängt allerdings nicht selten vom Charakter des Wesens ab. Vom sozialen Gefühl, von der sozialen Fähigkeit. Von der Entwicklung etc. Obwohl, im Bezug auf Damen füllt mir der Spruch von der "Stutenbissigkeit"  ein    ;)     Dein Gedicht, so schlicht es auch rüber kommt, regt zu Gedanken an,  Mit liebem Gruß, Irene

Kommentar geändert am 01.09.2026 um 08:41 Uhr

 Janna meinte dazu am 01.09.26 um 09:29:
Hallo Irene, ich hab 40 Jahre lang Amseln, auch Pärchen, in meinem Garten beobachten können. Das hatte mich schon vor Jahren auf die Idee zu diesem Gedicht gebracht. Ich hab auch recherchiert und zitiere mal, was ich gefunden habe: 
Auch dem eigenen Männchen gegenüber kann ein Weibchen durchaus drohen, nach ihm hacken oder es kurz verjagen. Das kann zum Beispiel geschehen, wenn es sich bedrängt fühlt, wenn das Männchen zu nahe kommt oder wenn beide dieselbe Futterstelle beanspruchen. Eine einzelne Hackattacke bedeutet deshalb keineswegs, dass die beiden „verfeindet“ sind.

 Futter ist nicht automatisch gemeinsamer Paarbesitz. Auch ein verpaartes Paar kann an einer ergiebigen Futterstelle konkurrieren. Wenn das Weibchen angeflogen kommt und das Männchen beim Körnerpicken mit einem Schnabelhieb verscheucht, ist das für eine Amsel  durchaus plausibel. Man müsste daraus nicht schließen, dass es ein fremdes Männchen ist.
Nachlesen kann man das hier:https://www.researchgate.net/publication/230489631_TERRITORY_IN_THE_BLACKBIRD_TURDUS_MERULA
Amseln sind sehr wehrhaft. Sogar schon, wenn sie noch flugunfähig sind. Wir hatten vor einigen Jahren ein Nest auf einer Außenlampe. Nachdem die Amselmama unter ein Auto kam, hat der Papa das einzige Junge großgezogen. 2 Eier wurden nicht ausgebrütet. Ich hab dann aus ca 3 m Entfernung das Nest von der Terrasse aus beobachtet. Und das Junge hat sich, wenn es mich erspähte, mit gespreizten Flügeln aufgestellt und mich praktisch (auf entzückende Weise) bedroht. 
Liebe Grüße
Janna

 niemand antwortete darauf am 01.09.26 um 12:26:
@ Janna
Dankeschön! für die Erklärung. Man lernt immer etwas dazu   ;)

 franky (01.09.26, 09:12)
Hi liebe Janna 

Das ist eine ganz strenge Federführung;-) 

Grüße von Franky

 Juli (01.09.26, 13:19)
Nachdem in den letzten Jahren eine Amselkrankheit immer wieder ganze Amselgenerationen dahin rafft, bin ich froh wieder welche zu sehen. Sie brüten im Efeu. 2x nacheinander. Vor 2 Jahren verschwand die Amselfrau, viell wurde sie ein Katzenfrühstück. Der Amselmann war totunglücklich. Er flatterte wochenlang umher und rief nach ihr.
Am Boden ziehen sie Regenwürmer heraus, wenn es das Wetter erlaubt, bei Hitze nicht.
Futterneid sah ich nie, aber ich kann sie auch nur sporadisch beobachten.

Kommentar geändert am 01.09.2026 um 13:21 Uhr
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