Das Mienenspiel

Gedicht

von  Janna




Als Kind hast du ein ehrliches Gesicht

es zeigt Gefühle nackt und unverstellt

Ob Wut, ob Freude, Angst, ob Zuversicht,

die Miene projiziert gefühlte Welt.


Im jugendlichen Alter lernst du schnell,

bestimmte Wesensseiten zu verstecken;

verbirgst dich hinter Masken: freundlich, hell,

um bei den anderen nicht anzuecken.


Sie klebt an dir wie eine zweite Haut;

nur selten darf ein Mensch dahinter schauen;

was sich in manchem Kopf zusammenbraut,

ist hin und wieder nicht gut zu verdauen.


Dann irgendwann gehörst du zu den Alten;

das Leben stanzte deine Eigenarten

gut lesbar in dein Antlitz zu den Falten.

Du spielst jetzt nicht mehr mit verdeckten Karten.






Anmerkung von Janna:

Inspiriert von Niemands Gedicht "Die wunderbare Wandlung"

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