Ein Hundeleben

Gedicht

von  Janna

Man schimpft ihn Köter. Einer von Millionen,
die irgendwo im Abseits hausen
und  in den Müllgefäßen schnausen.
Als Welpe durfte er bei Menschen wohnen,
den großen Rüden warf man aus dem Haus,
verschloss die Tür der rostigen Voliere,
wo er nur eines kennenlernte: Leere.


Als sich die Chance bot, brach er aus.
Längst wird er von dem Halsband stranguliert,
das schon als Welpe seinen Hals geziert
hat und der Hundekopf wirkt aufgeschwollen.
Tagsüber ist er ständig auf der Flucht,
denn immer wieder hat ein Mensch versucht,
ihn mit dem Kraftfahrzeug zu überrollen.


Dann flüchtet er ins nahe Zuckerrohr
und kommt am späten Abend erst hervor
und hofft, dass alle Zweibeiner sich trollen.



Anmerkung von Janna:

2016
Guadeloupe, ein Paradies für Urlauber, für viele Hunde jedoch eine Hölle.

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Kommentare zu diesem Text


 niemand (22.08.26, 17:52)
Ich hörte schon öfter vom armseligen Leben der Tiere in den Touristenorten.
Aus diesem Grunde könnte ich an einen solchen Ort niemals hinfahren.
Ich könnte dieses Elend nicht verkraften. Die Menschen sind nicht selten Bestien im Umgang mit anderen Lebewesen und hierzu wäre so einiges zu berichten. Auch von einheimischer Tierquälerei in den Massenbetrieben.
Das kümmert nur wenige, wenn sie nur ihre Produkte [Fleisch/Milch/Eier etc]
billig erwerben können. Ist schon zum Kotzen. Mit lieben Grüßen, Irene

 Janna meinte dazu am 22.08.26 um 18:15:
Meine Hündin hat ihre Angst vor Traktoren und weißen Kastenwagen nie verloren. Ich hatte im hiesigen Tierschutz nach einem Hund gefragt, nachdem sich der Wunsch nach einem neuen tierischen Partner/in wieder regte. Mein alter Hund war ein Jahr zuvor gestorben. Mir wurde dann eine Frau vermittelt, die dringend einen Platz für eine Hündin suchte. Sie macht regelmäßig Urlaub auf Guadeloupe, die hatten dort eine Ferienwohnung, soweit ich weiß. Eigentlich ging alles viel zu schnell, ich sah meine Hündin nur einmal, bevor sie mir dann gebracht wurde. Am Anfang war sie noch überaus ängstlich, wenn ich z. B. einen Löffel aus der Schublade nahm, lief sie in Panik aus der Küche. Da weiß man ja, was mit so einem Tier gemacht wurde. Andere Sachen, wie der Versuch, sie mit dem Auto zu überfahren, wurden mir von der Überbringerin erzählt. Sie ist in Guadeloupe regelrecht terrorisiert worden. Die wahren Monster sind immer die Menschen.
Danke, Irene und liebe Grüße

Janna
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