Aufbäumen zwecklos

Gedicht

von  Janna

Du weißt noch nicht, dass bald die Sägen kreischen,

die Krone stutzen werden, Ast um Ast.

Kein Vöglein wird mehr um die Hilfe heischen,

die du mit Schutz und Nahrung oft gegeben hast.


Kein lichter Schatten wird die Wiese schonen,

wenn unbarmherzig Sommersonne sticht;

kein Kirschpfannkuchen uns für lau belohnen,

die Barb'razweige blühen diesmal nicht.


Und wenn du fällst, wird nur die Erde beben,

aus deinem Stamm erklingt kein Schmerzensschrei.

Still enden sechzig Jahre Kirschbaumleben.

Der Häcksler dröhnt.

Es ist vorbei.



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Kommentare zu diesem Text


 AlmÖhi (09.08.26, 18:29)
Ich habe zum ersten Mal Angst um einen fiktiven Kirschbaum.

 plotzn (09.08.26, 18:34)
Servus Janna,

es tut weh, die solzen Riesen fallen zu sehen. Manchmal müssen sie beseitigt werden, weil sie morsch zur Gefahr werden, manchmal sind sie auch einfach nur "im Weg".

Liebe Grüße
Stefan
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