Der Kanzler und der Klassenkampf (Bittere Wahrheiten) - Petra

Gedanke zum Thema Gerechtigkeit/ Ungerechtigkeit

von  EVdR

Aus der Art gefallene Vorstellungen des wirklichen Lebens

Petra, die Frau vom Nachbarn

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Der Kanzler und der Klassenkampf

(Bittere Wahrheiten)



Petra, 

die Frau vom Nachbarn,

hat einen Artikel

gelesen ...


Fleiß-Falle Deutschland

Mehrarbeit lohnt sich kaum


Erosion des Leistungsversprechens: 

Der zentrale Glaubenssatz der Nachkriegsgesellschaft 

„Wer fleißig ist, bringt es zu etwas“.



Kurzfazit:

Es zeigt sich, dass sich Mehrarbeit in Deutschland für viele Beschäftigte kaum lohnt 

– und sowohl wegen struktureller Probleme im Steuersystem als auch wegen einer langfristigen Entkopplung von Wirtschaftsleistung und Löhnen.



Kernaussagen

Lohnentwicklung bleibt deutlich hinter dem Wirtschaftswachstum zurück

Seit 1991 ist das reale BIP pro Arbeitsstunde um 46 % gestiegen, 

die realen Löhne pro Stunde aber nur um 38 %.


Inflationsbereinigt verdienen Beschäftigte heute rund 2,22 € pro Stunde weniger, 

als sie es täten, wenn die Löhne im gleichen Tempo wie das BIP gewachsen wären.


Das ergibt eine jährliche Gesamtdifferenz von 122 Mrd. €, 

die nicht bei den Arbeitnehmern ankommt.

„Verglichen mit 1991 bekommen Sie heute im Schnitt nur 12 Prozent mehr Gehalt.“


„Inflationsbereinigt lag der Lohn pro Arbeitsstunde 2025 nur rund 2,22 Euro niedriger…“



Ursachen der „Fleiß-Falle“

Steuern und Abgaben

Deutschland hat hohe Abgaben auf Arbeitseinkommen.

Zusätzliche Arbeitsstunden führen wegen Progression oft zu einem sehr kleinen Netto-Zuwachs.


Transferleistungen (Bürgergeld, Wohngeld etc.)

Bei Geringverdienern wird Mehrarbeit häufig mit Kürzungen von Leistungen verrechnet.

Netto bleibt oft nur ein Bruchteil übrig.


Preissteigerungen

Verbraucherpreise stiegen seit 1991 um 97 %, 

das Preisniveau der Wirtschaftsleistung nur um 89 %.

Arbeitnehmer mussten dadurch 82 Mrd. € zusätzlich ausgeben.


Wo landet die Differenz?

Unternehmensgewinne

Ein Teil der Lücke dürfte in höheren Gewinnmargen (z. B. Mieten, Energie, Lebensmittel) gelandet sein.


Investitionen

Unternehmen könnten Teile der Differenz in Maschinen,

 Anlagen oder Digitalisierung investiert haben.


Selbstständige

Zahlungen an Selbstständige statt Angestellte spielen ebenfalls eine Rolle, 

allerdings ist ihr Anteil heute sogar geringer als 1991.


Folgen für Beschäftigte

Teilzeit-Trend

Viele sehen keinen finanziellen Vorteil darin,

von Teilzeit auf Vollzeit zu erhöhen.


Politische Debatte

Ökonomen fordern höhere Freibeträge, 

geringere Abgaben und Reformen bei Transferleistungen, 

um Mehrarbeit wieder attraktiv zu machen.


Kurzfazit:  

Die „Fleiß‑Falle“ ist ökonomisch ein strukturelles Problem: 

Die Produktivität wächst schneller als die Löhne, 

während Steuern, 

Abgaben 

und 

Verbraucherpreise 

den Netto‑Effekt von Mehrarbeit stark reduzieren. 

Das Ergebnis ist ein systematisch geschwächter Leistungsanreiz.


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Ökonomische Bewertung der Fleiß‑Falle


1. Produktivitäts-Lohn-Lücke

Die zentrale ökonomische Diagnose lautet:  

Die reale Wirtschaftsleistung pro Arbeitsstunde ist seit 1991 um 46 % gestiegen, 

die realen Löhne pro Stunde aber nur um 38 %.  


> „Inflationsbereinigt lag der Lohn pro Arbeitsstunde 2025 nur rund 2,22 Euro niedriger…“  


Diese Lücke bedeutet:  

- Arbeitnehmer erhalten nicht den Wertzuwachs, 

den sie durch höhere Produktivität eigentlich erwirtschaften.  


- Die Differenz summiert sich zu 122 Mrd. € pro Jahr, 

die nicht bei Beschäftigten ankommt.  


Ökonomisch ist das ein klassisches Verteilungsproblem zwischen Arbeit und Kapital.


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2. Steuer- und Abgabenlast als Leistungsbremse

Deutschland hat eine der höchsten Abgabenquoten auf Arbeit weltweit.  


Das führt zu:  

- starkem Grenzsteuersatz bei Mehrarbeit  

- geringerem Nettoeffekt zusätzlicher Stunden  

- schwachen Anreizen für Aufstockung von Teilzeit  


Ökonomisch entsteht ein Arbeitsangebotsproblem:  

Wenn der zusätzliche Nutzen einer Stunde Arbeit gering ist, 

sinkt die Bereitschaft, 

mehr zu arbeiten.


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3. Transferentzugsraten bei Geringverdienern

Bei Bürgergeld, Wohngeld und anderen Leistungen gilt:  

Mehr Einkommen → weniger staatliche Unterstützung.  


Das erzeugt effektive Grenzsteuersätze von 70–100 %.  

Ökonomisch nennt man das eine Armutsfalle oder Niedrigeinkommensfalle.


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4. Preisniveau-Effekt

Verbraucherpreise stiegen seit 1991 um 97 %, 

das Preisniveau der Wirtschaftsleistung nur um 89 %.  


> „Die Kosten für Verbraucher sind seit 1991 um rund 97 Prozent angestiegen.“  


Das bedeutet:  

- Reale Kaufkraft sinkt  

- Unternehmen können höhere Margen durchsetzen  

- Arbeitnehmer tragen die Hauptlast der Teuerung  


Ökonomisch ist das ein Kaufkraftverlust, 

der die Lohnentwicklung zusätzlich entwertet.


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5. Gewinnverteilung

Ein Teil der Differenz landet bei:  

- Unternehmensgewinnen  

- Investitionen  

- Zahlungen an Selbstständige  


Da die Löhne langsamer steigen als die Produktivität, 

erhöht sich der Kapitalanteil am Volkseinkommen.  


Das ist ein typisches Muster in entwickelten Volkswirtschaften, 

aber in Deutschland besonders ausgeprägt.


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6. Makroökonomische Folgen


🔻 Schwächeres Arbeitsangebot

Wenn Mehrarbeit sich nicht lohnt, sinkt die Bereitschaft, mehr Stunden zu leisten.


🔻 Produktivitätsparadox

Hohe Produktivität führt nicht zu höheren Löhnen → schwächerer Konsum → geringere Binnennachfrage.


🔻 Investitionsverzerrung

Unternehmen investieren eher in Kapital als in Personal, weil Lohnkosten relativ günstig bleiben.


🔻 Ungleichheit

Die Lohnquote sinkt, die Gewinnquote steigt → Vermögensungleichheit nimmt zu.


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7. Gesamtökonomische Bewertung


Die Fleiß‑Falle ist kein individuelles Problem, sondern ein systemisches Marktversagen:  

- Die Preis- und Steuerstruktur entwertet Mehrarbeit.  

- Die Lohnentwicklung ist vom Produktivitätswachstum entkoppelt.  

- Die Kaufkraft der Beschäftigten sinkt trotz höherer Wirtschaftsleistung.  


Ökonomisch führt das zu:  

- geringerer Arbeitsmotivation  

- schwächerer Binnennachfrage  

- wachsender Ungleichheit  

- ineffizienter Ressourcenverteilung  



Deutschland erzeugt mehr Wert, 

aber dieser Wert kommt nicht proportional bei den Beschäftigten an.




© EVdR 09_2026



Fleiß-Falle Deutschland_ Mehrarbeit lohnt sich kaum - FOCUS online 

https://www.focus.de/finanzen/news/fleiss-falle-deutschland-mehrarbeit-lohnt-sich-kaum_59b5c2f8-d021-4599-9a40-478564169338.html



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