Es war einmal: ein Spalt ...

Gedicht zum Thema Lebensbetrachtung

von  S4SCH4


Du ließest die Tür immer

ein Stück offen,

damit uns keine

Verriegelung trennte.

 

Etwas, das geöffnet werden

oder verschlossen bleiben will

als Wille zwischen uns

rund um Angeln, die von uns

geölt werden müssen.

 

Später kamen Schließ- und

Öffnungszeiten in die Läden und

es wurde vereinbarungsgemäß still

am Sonntag

und an vielen weiteren Tagen.

 

Die Geburtstage wurden leiser,

das Weihnachtsfest andächtiger,

ja, alles wurde ruhiger von einem Treiben,

das den Trubel und das Laute bestimmte.

 

Rückzug nannten wir bald

solche Orte, die gefeiert

in Erinnerung liegend überdauern, und

als führte man einen Krieg um sie,

baute man fern ein Heim

aus Rückzug,

aus Heimkehr.

 

Nun sind alle Kriegsheimkehrer(:innen)

und viele wünschten sich,

die Türen blieben verschlossen,

vermauert und in Stein gesetzt,

aufdass neue Kirchen daraus werden

aus der eigenen Vergangenheit,

die eines jeden Gebeine heiligt.



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Kommentare zu diesem Text


 Aber (13.09.26, 11:50)
Ja, lieber Sascha, die Niederlage in Stalingrad hat offenbar nicht nur mir schwer zugesetzt.
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