Porträt des Sorgfalters als alter Mann
Fabel zum Thema Kunst/ Künstler/ Kitsch
von Heitschibumbeitschi
Kommentare zu diesem Text
Diese Geschichte / Portrait geht mir sehr nahe.
Genauso wie Dein Avatar: Dieses "Trostlied" ist das einzige, das mir von meiner Mutter früher vorgesungen wurde. Vielleicht, weil ich meine Mutter gar nicht singend in Erinnerung habe. Vielleicht aber auch wegen des Liedes – von dem ich nur noch die Refrainzeile im Kopf habe.
Willkommen bei kV!
Liebe Grüße von Inge
Genauso wie Dein Avatar: Dieses "Trostlied" ist das einzige, das mir von meiner Mutter früher vorgesungen wurde. Vielleicht, weil ich meine Mutter gar nicht singend in Erinnerung habe. Vielleicht aber auch wegen des Liedes – von dem ich nur noch die Refrainzeile im Kopf habe.
Willkommen bei kV!
Liebe Grüße von Inge
Ich bin begeistert von deinem ersten Text, den du hier vorstellst. Es ist m. E. eine wunderbar poetische und gleichzeitig schmerzhafte Parabel über das tragische Paradoxon eines Lebens, das sich in der endlosen Vorbereitung auf das eigentliche Schaffen verliert.
Beim Lesen fühlte ich mich stark an Fernando Pessoas Buch der Unruhe erinnert - dieser ganz feine, fast schwebende Blick nach innen, das Verharren im Denken und die Melancholie des ungelebten Potenzials. Diese Art von Literatur mag ich persönlich sehr, und in deinen Zeilen steckt unheimlich viel Weisheit.
Schon allein diese Wortschöpfung
finde ich genial. In einer Bezeichnung zusammengefasste Perfektion (Falten, Geometrie) mit der Last des Lebens (Sorgen). Wenn er also seine Sorgen physisch zu Papier-Vögeln und Schiffchen faltet, wird dieses Bild wunderbar konkret.
Die Kritik an dem klassischen Spruch "Kunst kommt von Können" hast du hier feinfühlig zerlegt. Der Junge nimmt die Konditionierung der Erwachsenen so tief in sich auf, dass er sich selbst die Erlaubnis verweigert, schöpferisch zu sein. Er verwechselt Handwerk (Sorgfalt) mit Kunst (Ausdruck).
Die Entwicklung im Abschnitt 16 möchte ich als psychologisch brillant beschrieben bezeichnen. Weil er den Absprung verpasst hat, blickt er nun wütend auf die jüngere Generation, die ohne diese lähmende Sorgfalt einfach macht (die Wünstler - sehr bezeichnende Begriffsfindung, toll!). Er ist zum Gefangenen des Systems geworden, das ihn einst erdrückt hat.
Dass er selbst als alter Mann noch denkt:
rundet den Text perfekt ab. Die Konditionierung ist so tief, dass er selbst angesichts des nahenden Endes die Illusion der Vorbereitung nicht loslassen kann.
Ich kann nur wiederholen: Ich bin begeistert, ein solches Juwel hier lesen zu dürfen!
Herzliches Willkommen hier bei KV und Grüße - Vaga
Beim Lesen fühlte ich mich stark an Fernando Pessoas Buch der Unruhe erinnert - dieser ganz feine, fast schwebende Blick nach innen, das Verharren im Denken und die Melancholie des ungelebten Potenzials. Diese Art von Literatur mag ich persönlich sehr, und in deinen Zeilen steckt unheimlich viel Weisheit.
Schon allein diese Wortschöpfung
Sorgfalter
Die Kritik an dem klassischen Spruch "Kunst kommt von Können" hast du hier feinfühlig zerlegt. Der Junge nimmt die Konditionierung der Erwachsenen so tief in sich auf, dass er sich selbst die Erlaubnis verweigert, schöpferisch zu sein. Er verwechselt Handwerk (Sorgfalt) mit Kunst (Ausdruck).
Die Entwicklung im Abschnitt 16 möchte ich als psychologisch brillant beschrieben bezeichnen. Weil er den Absprung verpasst hat, blickt er nun wütend auf die jüngere Generation, die ohne diese lähmende Sorgfalt einfach macht (die Wünstler - sehr bezeichnende Begriffsfindung, toll!). Er ist zum Gefangenen des Systems geworden, das ihn einst erdrückt hat.
Dass er selbst als alter Mann noch denkt:
Ich muss nur noch ein bisschen üben
Ich kann nur wiederholen: Ich bin begeistert, ein solches Juwel hier lesen zu dürfen!
Herzliches Willkommen hier bei KV und Grüße - Vaga