kisum
alle dichtkunst kann es nicht verheissen
was dein herz bei einem fünfklang fühlt
schlichtes lied hat dich so aufgewühlt
und ein rhythmus droht dich zu zerreissen
auf der leinwand ist es nicht zu fühlen
wie das schicksal an die pforte pocht
was die fuge fein zusammenflocht
kann dir niemand aus der seele spülen
schönheit kommt aus vielen tristen stunden
aus detailversessner qual und wut
andacht ist der würde eingebunden
anmut folgt auf anmassung und mut
jeder ton hat widerton gefunden
dann erst tut der klang uns wohl und gut
misuk
neben den lautlosen kindern die stille
unglaublich unheimlich tonlos vollleid
lallende lilie lobt leere und zeit
die ist vertan wie gebrochener wille
kalte metapher aus eiskalter küche
und selbst die trauer braucht traurigen klang
wo ist die schwalbe? wo kreischt ihr gesang?
schluchzen ab mittag aprile gerüche:
hummelflug säbeltanz tastende töne
ameisen tackern den türkischen marsch
rinnsale rieseln und röcheln: bachs söhne
spiegeln als fugen forellenquintette
altblinde weiber - sie harfen so harsch
kuckuck jauchzt grunzend kleinterzenfalsette