das Gesuch aus der Ferne

Gedicht zum Thema Zweifel

von  S4SCH4

Sind wir lediglich uns Waffen?

spitz scharfkantig als Pfaffen

verkleidet reden wir von Wasser

und schlucken uns Benzin,

für einen Morgen, der ganz kristallin   

einen Weg nach draußen weist

und oft nach unserm eignem Namen heißt!

 

Versinken wir in Einsamkeit

und nennen es Geduld?

laden derweil einen Ziegelstein

und wissen es wird Schuld,

wo der Bogenwurf ins Fenster gelingt,

der Jahrmarktpreis dann winkt …

 

Verheißt das schöne Plüschtier Schlaf

vom torkelnd müden Arm, der es warf,

ein immer mehr und immer fort,

ein … zum Ende bringendes Wort?

 

Warum ist Zeit nicht auch ein Ort,

zum Besuch von uns im Wissen:

wir brauchen nichts vermissen?

Warum ist Zeit nicht auch ein Ort?

 

Macht die Zeit, die man alleine ist

den einen zu dem Tier,

das ein zweiter jagt und sagt: nur mir

gehört das Horn, der Flügel zu der Frist

 

An der die Würfel fallen

und man ihnen in die Augen schaut,

den schwarzen Tiefen, die erbaut

von einer Hand mit Krallen.

 

Oder verkaufen wir unser Leben,

indem wir die Hand der Hände schauen

und geben

unser Bestes in die Bahn der Sterne,

die weißlich glühen in ihrer weisen Ferne,

während die Kälte hier in Knochen zieht

und noch klappernd meint, sie säng‘ uns ein Lied

 

Vom Frieden auf der Erde …

Vom Himmel auf der Erde …



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Kommentare zu diesem Text


 EVdR (26.09.26, 12:15)
Derbe tiefgründig! 

Respekt. Das ist Dichte.

Die bisherigen Lesarten:
Der Mensch als Waffe gegen sich selbst
Schuld und Selbstzerstörung
Verlorene Kindheit und Trostillusion
Zeit als Ort – philosophische Frage
Einsamkeit als Verwandlung
Schicksal, Würfel und Abgrund
Selbstaufgabe im kosmischen Maßstab
Kälte der Welt und die Illusion von Frieden

Der Mensch und EVdR
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