Gute Ratschläge?

Gedicht

von  HansBeislschmidt

Gute Ratschläge?


Wenn allzu große Gräben klaffen,
so zwischen Denken-Sagen-Tun.
Wenn Neider nur nach andern gaffen,
soll besser man im Nichtstun ruhn?

Was immer diese Unwucht ist,
die alte Welt bleibt ungeschoren.
Jedoch, wer ständig Sprengstoff frisst,
dem fliegt alsbald sie um die Ohren.

Und wenn die Welt nicht Einsicht zeigt,
mahnt kluger Rat zum Einheitsbrei,
hält man das freche Maul und schweigt,
doch das geht mir am Arsch vorbei.


Beislschmidt 26


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Kommentare zu diesem Text


 Vaga (25.10.26, 13:59)
Hallo Hans, in diesem Gedicht fällt mir auf, dass das Lyrische Ich erst in der allerletzten Zeile aus seinem vorherigen Versteck herauskommt - dann aber mit einem aussagewuchtigen "Knall", fast so, als hätte es die Befürchtung, andernfalls unverstanden zu bleiben. Das lässt mich schmunzeln ob der Raffinesse dieser Pointe.
Gedanklich würde ich das Ich jetzt gern augenzwinkernd an die Hand nehmen (du selbst nimm es aber bitte nicht ernst bzw. als "Ratschlag"):

Humor ist, wenn‘s Ich trotzdem lacht,
Rumor, wenn's ehrlich munkelt,
dass zwischenzeilig es zwar kracht
manchmal
jedoch auch funkelt.

LG - Vaga

Kommentar geändert am 25.10.2026 um 14:00 Uhr

 HansBeislschmidt meinte dazu am 25.10.26 um 14:26:
@Vags
Genau richtig gesehen. Ein Abwatschen der Guten. Der Eltern, Lehrer und Radfahrer. Die möchten mich nie aber ich konnte all die Jahre gut darauf verzichten.

Die wohlmeinenden Ratschläge wären zwar manchmal angebracht gewesen aber meine Schulden wurden bezahlt und die Prügel vergessen. 
Renitenz ist nichts für Feiglinge.
LG Hans

Antwort geändert am 25.10.2026 um 14:28 Uhr
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