Früher faszinierten mich Besuche in Kunstmuseen, bis ich dachte, dass an den Bildern eigentlich gar nicht so viel Besonderes ist. Später war es dann die Atmosphäre in einem Museum, die mich anzog. Die aufwendige, geschmackvolle Innenausstattung, die Präsentation der Kunstwerke und die Kunstwerke selbst (zugegeben), aber vor allem die Besucher und ihr Verhalten, ihre Blicke und ihr Herumgehen.
Manche neigen dazu, andächtig die Hände zu falten, als wären sie in einer Kirche und würden von anderen beobachtet werden, ob sie sich auch richtig verhalten. Noch viel aufregender ist für mich die Mimik eines klugen Gesichts beim Betrachten eines guten Bildes und die attraktive Körperhaltung, die eine gewisse Spannung zeigt.
So wird der Museumsbesucher unabsichtlich zum Teil eines ästhetischen Gesamtkunstwerks im Kontext mit den zu betrachtenden Bildern. Ohne Betrachter sind sie sonst nur verwaiste Bruchstücke aus dem Lebenslauf eines zu jener Zeit am harten Leben gescheiterten Künstlers.