KLICKS UND CLIQUEN
Synthesen + Analysen in der Matrix
Eine Kolumne von Bergmann
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Ästhetik des Hässlichen
778. Kolumne
Das Thema Hässlichkeit in der Kunst ist alt, aber heute nicht mehr wirklich virulent. Dass ältere Leute (auch ich) teilweise Schwierigkeiten damit haben, ist verständlich. Aber sie setzen sich, wenn sie so ratlos vor dem stehen, was sie hässlich nennen, oft nicht mit dem Wesen der Kunst auseinander und sehen nicht, dass auch die Definition von dem, was Kunst ausmacht, sich permanent verändert. Im Alter sucht man offenbar gern, wie auch in der Jugend, abschließende Wahrheiten. In der Jugend lernt man, dass es das nicht gibt, im Alter sollte man sehen, dass es das nicht geben kann, ohne dass man dabei resignativ wird. Man darf also, wie Brecht schon in einem Lied der Dreigroschenoper, nicht weise werden. Schönheit ist, wie Schiller es nannte, Wahrheit. Die Ästhetik kann das ‚Hässliche’ (vermeintliche Disproportionen, Wunden, Fehler, Brüche mit ästhetischen Gewohnheiten etc. pp.) nicht ausschließen, sonst beraubt sie sich der Schönheit, der Wahrheit, die sie anstrebt. - In welchem Maß dieses Ziel in der Kunst angestrebt wird, darüber lässt sich streiten, denn viele Werke gegenwärtiger Künstler sind offenkundig zu trivial oder gar dümmlich.
Es gibt Arbeiten von Beuys, Lüpertz, Baselitz, Jasper Johns, Kiefer, Penck, Polke, Twombly, Warhol, Richter ..., die ich überflüssig oder dekorativ finde, aber diese und andere Künstler haben auch großartige, tiefgründige Werke geschaffen.
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Kommentare zu diesem Kolumnenbeitrag
Und vor allem - wenn überhaupt - welche (drei) Künstlerinnen kämen für dich persönlich infrage? Sind sie vielleicht am Ende der Aufzählung in/hinter den drei anonymen Punkten versteckt?
Gruß dir - Vaga
ich habe mich anscheinend verzählt. Danke für deine Aufmerksamkeit. Ich korrigiere meinen Text.
Die wichtigsten der genannten Künstler: Beuys und Richter.
Weibliche Künstlerinnen nannte ich nicht. Zu den von mir Genannten sind natürlich weitere zu nennen.
Herzlichst: Uli