bei der Rückkehr vom Einkaufen

Text

von  minimum

bei der Rückkehr vom Einkaufen
im Innenhof
breit ausgekotzt
der Haushalt eines Toten


als nach Stunden
der letzte lärmende Entrümpler
Feierabend macht
bleiben Holzsplitter
und ein paar verstreute Bierdeckel
auf dem Pflaster zurück



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Kommentare zu diesem Text


 Maroon (07.11.25, 15:22)
Für diesen Text hätte ich gerne zwei Herzen vergeben. Hier ist noc eines ->  <3

lg
Maroon

 minimum meinte dazu am 07.11.25 um 16:32:
. <3 lichen Dank  :)

 Redux (11.11.25, 08:20)
Ich liebe diese von dir verzichteten Miniaturen.

 minimum antwortete darauf am 12.11.25 um 11:32:
Freut mich, danke dir  :)

 Redux schrieb daraufhin am 12.11.25 um 12:30:
Verdichteten....natürlich

 Nuna (11.11.25, 08:29)
Oh, wow, ein beklemmendes, bedrückend, miterlebendes Gefühl hast Du hier transportiert. Sehr nah, sehr traurig

....habe ich es aus der Ferne miterlebt:(. Ein Nachbar hat ihn im Treppenflur tot aufgefunden. Wäre er in der Wohnung verstorben, hätte er dort womöglich Wochen gelegen da er keinerlei Kontakt zu den anderen Mietern hatte, nicht einmal zu seinem direkten Nachbarn, obwohl er dort über 20 Jahre gelebt hat. Später wurde die Wohnung entrümpelt.

Liebe Grüße

 minimum äußerte darauf am 12.11.25 um 11:36:
Ich selbst wohne in relativer Anonymität in einem Mietshaus mit sechzehn Parteien und mäßiger, aber kontinuierlicher Fluktuation. Da ich in einem Kaff aufgewachsen bin, in dem nahezu jeder jeden kannte (zwanghaft), empfinde ich den Kontrast grundsätzlich als durchaus wohltuend. Aber alles hat natürlich seine zwei Seiten ...

Vielen Dank für deinen Kommentar und die freundliche Würdigung!
Antagonist (56) ergänzte dazu am 14.11.25 um 17:46:
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 Quoth (14.11.25, 18:02)
Trägt das lyrische Ich nicht dazu bei, dass von diesem Toten nichts bleibt als ein paar Holzsplitter und Bierdeckel, indem es uns das winzige Bisschen, das es über ihnen wissen muss (denn es ist der gemeinsame Innenhof vielleicht seit Jahren gewesen), indem es uns dieses winzige Bisschen verschweigt?

 minimum meinte dazu am 15.11.25 um 13:17:
Gerechtigkeit (oder was man dafür halten könnte) ist nicht das Anliegen des Sprechers.

 Quoth meinte dazu am 19.11.25 um 16:30:
Es geht nicht um Gerechtigkeit, sondern darum, auch durch ein Gedicht zu dem beschriebenen Phänomen beigetragen haben zu können.

Antwort geändert am 19.11.2025 um 16:30 Uhr
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