Schneereste

Text

von  minimum

Schneereste
unheilbar graues Weiß in den Randzonen
der Bürgersteige
trister noch
als der Anblick einer alten Frau
die im verbissenen Kampf mit ihrem Trolley
die Einkäufe des Tages nach Hause zwingt



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Kommentare zu diesem Text


 Teo (05.02.26, 14:35)
... unheilbar grau...das trifft mich mit einer niederschmetternden Farblosigkeit.
Noch kämpfe ich ohne Trolley.
LG
Teo

 AchterZwerg meinte dazu am 06.02.26 um 06:30:
Weiter so!  :)

 minimum antwortete darauf am 07.02.26 um 10:42:
@Teo:
Ich denke in manchen Momenten schon ernsthaft über die Anschaffung eines Trolleys nach. Das Schleppen von prallen Tüten geht doch arg auf die Gelenke ... Dank & prä-arthritischer Gruß!

 Moppel schrieb daraufhin am 07.02.26 um 15:15:
ein Trolley ist keine Schande. Farblosigkeit in diesem Land jedoch schon... lG von M.

 minimum äußerte darauf am 07.02.26 um 22:25:
Das fehlt uns wirklich noch: Flankierend zum informellen Haltungszwang eine gesetzlich statuierte Farbbekennungspflicht   :D

 mannemvorne (05.02.26, 15:55)
.

Moin,
         „…die Einkäufe des Tages nach Hause zwingt…“
Klasse!
Gruß dazu                 
mv        
.

 minimum ergänzte dazu am 07.02.26 um 10:42:
Danke schön  :)

 Moja meinte dazu am 07.02.26 um 18:01:
Bin ebenso begeistert von dieser Zeile, starkes Bild!
Gruß von Moja

 minimum meinte dazu am 07.02.26 um 22:26:
Das freut mich sehr  :)

 Hannes (06.02.26, 00:18)
Genau dieses Bild sehe ich seit Tagen immer wieder vom Fenster aus und ich ärgere mich jedesmal, daß der armen Frau keiner hilft.

 AchterZwerg meinte dazu am 06.02.26 um 06:32:


Du hast einen geradezu ansteckenden Humor!

 minimum meinte dazu am 07.02.26 um 10:43:
@Hannes:
Da schließe ich mich meiner Vorrednerin uneingeschränkt an. Danke für den Lacher   :D

Antwort geändert am 07.02.2026 um 10:49 Uhr

 Jack (06.02.26, 00:23)
Trist, trister, alte Frau, ultratrist, dieser Anblick.

 AchterZwerg meinte dazu am 06.02.26 um 06:36:
Na, na, Jack ...


Die Vergänglichkeit ist kein Grund zur Trauer, sondern der Kern von Schönheit und Lebenswert

Erst durch die Endlichkeit werden Momente kostbar, Beziehungen intensiv und Wandel möglich. Sie erinnert uns daran, das Hier und Jetzt zu würdigen, da nichts bleibt, was die Wertschätzung für das Flüchtige steigert.

Thomas Mann (hoffentlich!)

 Jack meinte dazu am 06.02.26 um 08:58:
Ich bin noch nicht 43, aber die sprichwörtliche alte Frau wäre vom Selbstempfinden ein Teenager verglichen mit mir. Ich habe altersbedingte Selbst- und Weltdistanz erreicht, die kaum jemand außer Sophokles und Cioran verstehen würden. Und doch fühle ich mich unsterblich jung; wie kann das sein?

 minimum meinte dazu am 07.02.26 um 10:46:
@Jack:
Danke für dein plastisches Feedback. Freut mich, wenn der Text Resonanz erzeugt.

@AchterZwerg:
Aus dem Stegreif kann ich das Zitat werkintern nicht zuordnen - aber unterschreiben würde ich's jederzeit.

 Regina (06.02.26, 12:49)
Noch nichts von Lieferdiensten gehört?

 minimum meinte dazu am 07.02.26 um 10:48:
Selbst heute noch gibt es Lebenswelten, in die die Digitalisierung nicht vorzudringen vermag - da hat die coolste App keine Chance  :) Danke dir!

 Hannes meinte dazu am 07.02.26 um 13:50:
@Regina:
gell, schon doof, die Alte, viell. nicht mal Smartphone od. Laptop 
...und der Nachbar schaut ihr immer zu, wie sie sich plagt

 Regina meinte dazu am 08.02.26 um 00:44:
Meine Oma hatte nicht mal so ein neumodisches Gerät wie Rollator. Der hätte auch keine Chance gegen die Treppe in den 3.Stock gehabt.

 Regina meinte dazu am 12.02.26 um 12:25:
Gell, Hannes, mit meinen 72, gehbehindert, springe ich noch über den Gehsteig wie Ilia Malinin auf dem Eis und fange mir depperte Rekommentare ein.
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