Tonnenginsternis

Kurzgedicht zum Thema Befreiung

von  Schimmer

Aus der verbeulten Tonne,

die, verborgen hinter Gittergebein,

von Schepperschüben gebeutelt-

hängt ein lahmes Bein, quillt

ein leuchtendes Auge

 

sprießt jetzt der Ginster. 

Wie die Buchstaben flink
die Verästelungen erklimmen!
Warm ist es und feuerfest, aber:
wer hat den Deckel wieder halboffen-



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Kommentare zu diesem Text


 niemand (15.03.26, 13:08)
Ein sehr interessantes und geheimnisvolles Gedicht. Man schwankt beim Lesen
zwischen so etwas wie "Tatort" mit einerm echten Bein und Auge und sogleich wechselt man das Bild in Richtung: Vielleicht ein Plakat, welches an der Tonne,
oder hinter der Tonne hängt/klebt. Fürs Zweite sprechen die "Buchstaben welche die Verästelungen des Ginsters erklimmen". Die halb offene Tonne spricht für mich auch über zwei Möglichkeiten des Lesens. Mag sein, ich lese nicht richtig, aber es macht Spaß. LG niemand

 Schimmer meinte dazu am 15.03.26 um 16:55:
Es gibt kein richtig :). Es gibt, was ich mir beim Schreiben vorgestellt habe und was du dir beim Lesen vorgestellt hast. Übereinstimmen muss das nicht. Ich habe mir die Tonne als Herz gedacht.

 Otto antwortete darauf am 23.05.26 um 09:17:
Diogenes in der Tonne?

🤗🤔

 Schimmer schrieb daraufhin am 23.05.26 um 10:39:
Nicht schlecht, diese Assoziation!
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