Eine Allianz mit der Seelen-Sprache der Leidenden
Text zum Thema Gefangen
von Bergmann
Kommentare zu diesem Text
Sekrotas (68)
(10.07.24, 13:13)
(10.07.24, 13:13)
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Durchlebte Erfahrung ist keine conditio sine qua non.
Die "Atemschaukel" entstand in einem Gemeinschaftsprojekt mit Oskar Pastior, der Gefangenschaft durchlebt hatte. Herta Müllers Mutter ebenso. Aber auch das wäre keine unverzichtbare Voraussetzung für das Schreiben.
Die "Atemschaukel" entstand in einem Gemeinschaftsprojekt mit Oskar Pastior, der Gefangenschaft durchlebt hatte. Herta Müllers Mutter ebenso. Aber auch das wäre keine unverzichtbare Voraussetzung für das Schreiben.
Sekrotas (68) antwortete darauf am 10.07.24 um 17:37:
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Mich hat das Buch stark beeindruckt, ja, geradezu überwältigt.
Obwohl ich (auch) der Meinung bin, dass sich großes Leid besser in absoluter Schlichtheit darstellen lässt, bricht die "Atemschaukel" jene Regel.
Denn gerade duch die eher großbürgerlich-lyrische Sprache des Romans wird vom Unerträglichen abstrahiert und macht uns dieses vorstellbar.
Obwohl ich (auch) der Meinung bin, dass sich großes Leid besser in absoluter Schlichtheit darstellen lässt, bricht die "Atemschaukel" jene Regel.
Denn gerade duch die eher großbürgerlich-lyrische Sprache des Romans wird vom Unerträglichen abstrahiert und macht uns dieses vorstellbar.
Kommentar geändert am 11.07.2024 um 07:18 Uhr
Lieber Uli,
ich sehe das Schreiben als Bild. Aneinandergefügte Schriftzeichen können ein Bild malen, das beim Lesen entsteht. Ob es Kunst wird, hängt davon ab, wie die "Pinselstriche" gesetzt sind, flächig, strukturiert, lavierend, so dass beim "Betrachrer", "Leser", ein Bild des Geschehens entsteht oder eben eine Fläche ohne Bewegung- ein Stilleben.
Das Verstehen eines Bildes oder eben Textes hängt nicht nur vom Intellekt des Betrachters/ Lesers ab, sondern auch von dessen Fähigkeit zur Empathie. Oder dass der Leser im Moment des Lesens/ Betrachtens keine empathischen Gefühle zulässt.
Bei lyrischen Passagen oder ganzen Zusammenhängen werden auch die Gefühle im Menschen angesprochen. Es kommt eben darauf an, wie der "Kritiker"an die "Rezension" herangeht.
Wo steht er bei seiner Beobachtung? Draußen vor dem Zaun - oder mitten im Raum?
Beim Maler ist das sofort erkennbar, beim Autor ergibt sich das oft schon nach wenigen Seiten.
Ich neige eher dazu, die Position von Bergmann und damit Herta Müllers einzunehmen, obschon: wenn man Beachtung finden will, kann man Krach machen, ohne allerdings eine Veränderung der "Sachlage" zu bewirken, was bei altuellen Geschehen im Vordergrund stehen sollte.
ein herzlicher Gruß vom alten Kunstmeister
ich sehe das Schreiben als Bild. Aneinandergefügte Schriftzeichen können ein Bild malen, das beim Lesen entsteht. Ob es Kunst wird, hängt davon ab, wie die "Pinselstriche" gesetzt sind, flächig, strukturiert, lavierend, so dass beim "Betrachrer", "Leser", ein Bild des Geschehens entsteht oder eben eine Fläche ohne Bewegung- ein Stilleben.
Das Verstehen eines Bildes oder eben Textes hängt nicht nur vom Intellekt des Betrachters/ Lesers ab, sondern auch von dessen Fähigkeit zur Empathie. Oder dass der Leser im Moment des Lesens/ Betrachtens keine empathischen Gefühle zulässt.
Bei lyrischen Passagen oder ganzen Zusammenhängen werden auch die Gefühle im Menschen angesprochen. Es kommt eben darauf an, wie der "Kritiker"an die "Rezension" herangeht.
Wo steht er bei seiner Beobachtung? Draußen vor dem Zaun - oder mitten im Raum?
Beim Maler ist das sofort erkennbar, beim Autor ergibt sich das oft schon nach wenigen Seiten.
Ich neige eher dazu, die Position von Bergmann und damit Herta Müllers einzunehmen, obschon: wenn man Beachtung finden will, kann man Krach machen, ohne allerdings eine Veränderung der "Sachlage" zu bewirken, was bei altuellen Geschehen im Vordergrund stehen sollte.
ein herzlicher Gruß vom alten Kunstmeister
Kommentar geändert am 20.03.2026 um 12:22 Uhr
Die Künste hängen miteinander zusammen, sie haben Parallelen ... ich stimme dir zu, mein alter Kunstmeister!
(Hast du eigentlich noch Kontakt mit HEL in Berlin?)
(Hast du eigentlich noch Kontakt mit HEL in Berlin?)
Ja, ich schreibe HEL ab und an einen Brief, und er antwortet mir in seiner urigen Art, die es wohl auf der Welt kein zweites Mal gibt.
Lieber Gruß, mein Freund!
Hartmut oder Reli
Lieber Gruß, mein Freund!
Hartmut oder Reli