Arbeitest du noch oder lebst du schon?

Satire zum Thema Arbeit und Beruf

von  pentz



Naja, ich muss noch den Dialog hinzufügen, der zw. der Dame und mir entstand, als ich sie malte.

„Darf ich Ihren linken Busen etwas zurechtrücken, ich habe das Gefühl, der sitzt schief!"
Entsetzt: "Sie haben wohl einen Knick in der Optik!"
Entsetzer: "Öh, nicht dass ich wüsste! Wäre jedenfalls gut für meine Profession, das Malen! - Nee, werte Dame, ich war außerdem gestern erst beim Optiker! Also, zieren Sie sich doch nicht so, es ist nur vorteilhaft für Sie!"
Hart: "Das würde die Würde meines Amtes verletzen!"
Belustigt: "Aber ich taste doch nicht ihr Amt an konkret!"
"Sie wissen wohl nicht, mit wem Sie es hier zu tun haben?"
"Nein. Ist mir auch egal, Hauptsache der Busen stimmt!"
"Frechheit!"
"Sagen Sie mal, waren Sie nicht auch mal jung gewesen?"
"Wissen Sie überhaupt, ich bin die Jüngste in meinem Amt seit Bestehen desselbigen überhaupt!"
"Wie heißt das Amt denn?"
Sie nuschelt etwas, was ich nicht verstehe. Es interessiert mich eh nur der Busen.
„Sagen Sie mal, so jung sind Sie und schon in einem solchen Amt?“ Weder das Amt habe ich verstanden noch ihr Alter, mir ist es höchst egal.
„Ja, was glauben Sie? Was tun Sie so komisch. Ihrem Dialekt zu schließen, kommen Sie doch aus Bayern.“
„Ja!“, sage ich und schlucke, weil ich so fasziniert von ihrem Busen bin.
„Na, da haben Sie doch auch so einen Jungen?“
„Wirklich?“, und ich kritzle und kritzle.
„Ja, und der, der hat jetzt schon das dritte Amt inne. Der wechselt diese schneller als sein Hemd!“
„Na, ja Bayern“, sage ich hingebungsvoll an die ovalen Wölbungen.
„Na eben!“
Ich war grad am Zeichnen des Bauches.
„Wissen Sie, der Nabel der Welt ist und bleibt nun einmal das Blut.“
„Sie meinen blaues Blut“, um etwas zu sagen.
„Beinahe!“
„Das war schon immer so!“, sage ich weiter gedankenlos.
„Stimmt nicht mehr. Heutzutage ist es nicht blau, sondern jung.“
„So jung wie Sie!“ Obwohl sie mir, wie gesagt, gar nicht so jung vorkommt. Eigentlich eher Mehr-Alt.
„So jung sind Sie!“
„Oh, ja und mein Gott ist die Jugend und die Kinder, wissen Sie. Ich möchte auch jetzt für jedes junge Ding, das auf die Welt kommt, eine Prämie aussetzen! Jede Mutter kriegt schon Kindergeld, mehr noch jetzt: für jedes zu erziehende Kind eine Kopfprämie obendrauf!“
„Neben der Karnickel-, jetzt noch die Kluckenprämie!“
Sie klatscht vor Freunde in die Hände, wobei sie dabei lacht. Jetzt sehe ich es, wie jung sie noch ist.
Das verlockt und animiert mich andererseits wieder, dieses aus den Fugen geratene Implantat hinter ihrem Busen zu justieren. Schade, wenn Busen weniger nach Busen als nach etwas anderem aussehen, ist mein Credo, welches wohl auf der Linie der Regierung dieser Amtsinhaberin liegen würde. Als ich erneut den Versuch mache, auf sie zuzugreifen, schreit sie jäh auf!
"Nun zieren Sie sich doch nicht so, wir wollen schließlich ein Kunstwerk für die Ewigkeit schaffen, n'est pas?",
"Was denkt da mein Ehegemahl?"
"Kann der's später wissen?"
Unbeherrscht: "Jetzt reichen mir Ihre Anzüglichkeiten. Sie verletzten noch dazu die "Familie".
"Habe ich schon gehört. Immer wenn Politiker sich verteidigen, schützen sie diese Monstrum vor. Damit kann man wohl alles rechtfertigen?"
"Naja!", schmunzelt sie und fragt: "Sind Sie verheiratet?"
"Staat bewahre!"
"Nun, dann verstehe ich Ihr Ansinnen."
"Welches Ansinnen?"
Die Frau ist so etwas von meschugge, ungefähr so verrückt wie der Sitz ihres Busens. Mir soll es egal sein. Ich bewege mich schon auf sie zu, bevor sie noch schnell ausstößt: "Moment. Sagen Sie mir nur noch Ihr Gehaltsniveau!"
"345 Euro!"
"Dann weiche sofort von mir, Du Äh!“
"Wieso jetzt auf einmal?"
"Da fragen Sie noch, Sie Pari..., Sie Para..."
Jetzt weiche ich zurück und stoße aus: "Aber sind wir denn in Indien, in einem Kastenstaat!? Dass ich Bürger Dritter Klasse bin?"
Mit dieser Dame ist jedoch nicht mehr zu reden, so hysterisch gebärdet sie sich.
Und so muss ich mich mit diesem Busen auseinandersetzen.
Ich finde trotzdem, ich habe ihn gut bearbeitet.
Natürlich fehlt Ihnen der Vergleich, die Anschauung, das Objekt in seiner Natürlichkeit, um das richtig beurteilen zu können. Aber schauen Sie einmal in ein paar Jahren in den Playboy rein, vielleicht ist diese "Dame" dann darin in Echt abgelichtet.

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