Endlich frei ...

Dialog zum Thema Vergangenheit und Zukunft

von  SapphoSonne

„Du hast es geschafft“, sagte sie ergriffen.
Er nickte, trat auf sie zu und nahm sie zärtlich in den Arm.
Dann drehte er sich mit ihr um und ließ den Blick über das weite Land schweifen. Sie standen ganz oben auf einem Hügel unter einem uralten Wildapfelbaum. Der Wind strich über das Land und streichelte ihre Gesichter.
Er lächelte, denn er kannte die Frage, die jetzt kommen würde.
„Wie?“
„Ich gab den Dingen ihren Namen zurück.“  Sanft küsste er sie auf die Stirn.
„Sie verloren ihren Schrecken …“, flüsterte sie und schmiegte sich an ihn.
„Ja, sie sind jetzt das, was sie sind. Mit all ihrer Unvorstellbarkeit, ihren Folgen, ihren Schmerzen. Sie haben nichts davon verloren, nur eines …“
„… sie machen dir keine Angst mehr.“
„Nein, sie machen mir keine Angst mehr.“
„Schau …“, hauchte sie und zeigte auf einen weit entfernten, dunklen Punkt, der sich rasch näherte.
Ein Adler. Erhaben und schön zog er sorgsam seine Kreise. Er warf nur einen Schatten und eine Feder, bevor er weiterflog. Sein Schrei durchbrach ihre Stille.
Endlich frei …

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Kommentare zu diesem Text


 susidie (02.08.13)
"Ich gabe den Dingen ihren Namen zurück"

Wenn man die Dinge benennt, können sie ihren Schrecken verlieren. Aus der Angst wird Furcht. Und die kann man mit dem Bewusstsein besser bekämpfen. Dein Dialog zeugt von viel Kraft. Gefällt mir sehr gut Sappho. Liebe Grüße von Su :)

 SapphoSonne meinte dazu am 02.08.13:
Herzlichen Dank Su. Das freut mich sehr.
Liebe Grüße
Sappho
wa Bash (47)
(02.08.13)
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 SapphoSonne antwortete darauf am 30.08.13:
Ich danke dir.
LG Sappho
gaby.merci (61)
(02.08.13)
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 SapphoSonne schrieb daraufhin am 30.08.13:
Ein Versuch ist es wert.
LG Sappho

 TrekanBelluvitsh (02.08.13)
„Ich gab den Dingen ihren Namen zurück.“
Ich glaube nicht, dass das dabei herauskommt, was du da schilderst. Aber ganz gleich ob dem so ist oder nicht, es ist auf jeden Fall unverzichtbar.

 SapphoSonne äußerte darauf am 03.08.13:
Das denke ich auch. Sicher ist das hier überzogen dargestellt.
Beschrieben ist hier nur das Ende eines sehr langen Weges.
Danke dir.
LG Sappho
RomeoBravo (52)
(06.08.13)
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 SapphoSonne ergänzte dazu am 06.08.13:
Warum?
RomeoBravo (52) meinte dazu am 06.08.13:
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Manon.Moony (38) meinte dazu am 25.08.13:
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 EkkehartMittelberg (10.08.13)
Man spricht von einer namenlosen Furcht, die übermächtig ist, weil man ihr Subjekt nicht stellen kann. Wenn man unfassbaren Dingen ihren Namen zurückgibt, objektiviert man sie, kann sie ins Visier nehmen und die Furcht vor ihnen besiegen.

 SapphoSonne meinte dazu am 10.08.13:
Genauso ist es. Vielen Dank.
LG Sappho
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