Novembernebelgrauen

Fernsehspiel zum Thema Horror

von  Didi.Costaire

Moorwärts im Novembernebel,
wo ein Unhold ohne Knebel,
aber mit gezücktem Säbel,
 
der gehörig rasselte,
es dem Weib vermasselte,
dass es weiter quasselte,
 
herrschte scheinbar wieder Ruhe.
Man fand nur des Opfers Schuhe
und Schlawinskys Tiefkühltruhe
 
neben andrem Haushaltsmüll.
Das war wirklich kein Idyll,
doch samt Fläschchen Chlorophyll
 
machte sich der Held der Sage,
für gewöhnlich Herr der Lage,
auf, auf zum Befreiungsschlage!
 
Bloß der Strolch kam ihm zuvor,
schnitt ihm ab das linke Ohr,
spottete: "Du armer Mohr!",
 
was verhallte, denn das rechte
Ohr des Guten war das schlechte.
Jener, müde vom Gefechte,
 
griff direkt zum Schießgewehr,
dachte sich: "Ein Feind, viel Ehr!",
schoss ihm relativ vulgär
 
eine Salve in die Eier,
hielt sich schon für den Befreier,
doch es war die alte Leier
 
und der Bösewicht immun.
Kugeln konnten ihm nichts tun,
dass der Brave frug: "Was nun?"
 
Seine Liebste, die Helene,
zeigte ihre weißen Zähne
und sie hatte die Idee, ne
 
Unterbrechung wäre dran.
Fesche Autos braucht der Mann!
Reisen Sie bequem nach Cannes!
 
Biergenuss stimmt jeden heiter!
Pillen helfen gegen Eiter!
Dann geht die Geschichte weiter.
 
Unser Held, der Fischer hieß,
und den nie der Mut verließ,
wenn ihm Wind entgegenblies,
 
blies noch einmal zur Attacke,
warf mit Wucht und brauner Schlacke
auf des Übeltäters Jacke.
 
Doch die Grütze prallte ab,
traf den Fischer nicht zu knapp.
Lachte sich der Schurke schlapp!
 
Selbst Versuche mit der Schlinge
scheiterten an dessen Klinge.
Ob noch irgendetwas ginge?
 
An Gesinge, schubidu,
dachte unsres Fischers Fru,
und im Nu stieß sie dazu,
 
trällerte den ersten Schlager -
Gelber Wagen, hoch der Schwager.
Und der Unsympath, erlag er?
 
Er verharrte atemlos,
doch der Spitzbub fand wohl bloß
die Helene grandios.
 
Sie sang neue Lieder, alte,
bis der Räuber sie sich krallte -
möglich, dass er sich verknallte.
 
Ihr Gemahl war höchst geschockt.
Was hat er sich eingebrockt?
Des Betrachters Pulsschlag stockt.
 
Zeit für eine kurze Pause.
Bullen trinken rote Brause!
Fühlen Sie sich hier zu Hause:
 
Wir sind mehr als ein Hotel!
Pflege für das Hundefell!
Wunschkredit, diskret und schnell!
 
Supersalbe gegen Schrunden!
Der Verbrecher war verschwunden
und die Frau kurz angebunden.
 
Ihn ergötzte der Triumph
mit der Fischerin als Trumpf.
Feixend tanzte er im Sumpf,
 
als die Geisel sich empörte,
was ihr Gatte überhörte,
weil der Lump ein Ohr zerstörte.
 
Doch Helenes Signatur
sah der Fischer auf der Flur.
Das war eine heiße Spur!
 
Alle hofften auf die Wende,
dass er gleich sein Herzblatt fände.
Plötzlich ist der Film zu Ende.
 
Dingsda bietet bumsda feil,
Baumarkt Baum ein Hackebeil.
Vorschau auf den zweiten Teil:
 
Moorwärts im Novembernebel
sitzt der Unhold mit dem Säbel
offenbar am längren Hebel ...

Kommentare zu diesem Text


 TrekanBelluvitsh (05.11.14)
"Da weiß man, was man hat. Guten Abend!"

Oder wie ich es sage:

Fortsetzung folgt...

 Didi.Costaire meinte dazu am 05.11.14:
Ja, das könnte man unendlich fortsetzen, wenn die Pausenfüller mit ihren Umsätzen zufrieden sind...
Danke für deinen Kommentar und schöne Grüße, Dirk
AbrakadabrA (45) antwortete darauf am 05.11.14:
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 Didi.Costaire schrieb daraufhin am 05.11.14:
Vermutlich hat sie eine abschreckende Wirkung.
AbrakadabrA (45) äußerte darauf am 08.11.14:
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 AZU20 (05.11.14)
Köstlich. LG

 Didi.Costaire ergänzte dazu am 05.11.14:
Danke, Armin. Das Schreiben hat mir auch Spaß gemacht.
Schöne Grüße, Dirk
ichbinelvis1951 (64)
(05.11.14)
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 Didi.Costaire meinte dazu am 05.11.14:
So so, du setzt das Hackebeil gleich ein. Baumarkt Baum wird sich freuen...
Danke fürs Kommentieren und liebe Grüße, Dirk

 Bergmann (06.11.14)
Liebe GdL am Hebel:
Vorwärts im Novembernebel!
Solidarisch! August Bebel

 Didi.Costaire meinte dazu am 06.11.14:
Ja, mit dem Reimschema kann man schönen Blödsinn verzapfen. Da kommen sogar November und August zusammen, wie auch traditionelle Sozialdemokratie und eine Standesorganisation...
Danke für deinen einfallsreichen Beitrag und liebe Grüße, Dirk

 DerHerrSchädel (18.11.14)
Hui!!!

 Didi.Costaire meinte dazu am 18.11.14:
Danke, Wort und Bild passen ausgezeichnet hierher!

 harzgebirgler (04.08.16)
der nebel des grauens das ist schon ein teil / da hält man gewiß nicht groß maulaffen feil! beste grüße henning

 Didi.Costaire meinte dazu am 04.08.16:
.
Wird der Nebel immer dichter,
schafft der Dichter Bösewichter...

Viele Grüße, Dirk

 harzgebirgler (27.10.16)
wenn die worte so schön fließen / um den vogel abzuschießen / kann das leser kaum verdrießen / nein sie werden es genießen. beste abendgrüße henning

 Didi.Costaire meinte dazu am 28.10.16:
.
Du schreibst zum zweiten Mal, welch große Ehr’.
Ein neuer Nebelkrimi muss wohl her.
Morgen mehr!
Der Costaire
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