Sternenfreundschaft

Erzählung

von  Borek

Sternenfreundschaft

Schon lange wartest du auf diese Geschichte von mir.

Sie ist aber auch von dir. Was soll ich dir für eine Geschichte schreiben
in der Du und ich keinen Bezug haben, wo wir doch selbst so viele Dinge
hätten um diese Seiten mit uns, unseren Gedanken, Möglichkeiten Hoffen und Sehnen zu füllen.

Weist Du noch, wie Du als kleines Mädchen im Wald von Oberhirschsprung neben mir standest, Du im Dirndlkleid und ich in 
Seppelhose und Janker? Natürlich weist du dies noch. Ich fand es damals einfach doof sich neben ein Weibsbild zu stellen, Händchen haltend, für den Fotografen und fürs Familienalbum.

Und da ist es noch heute zu sehen, zu sehen wie doof ich eigentlich
damals war. Wenn ich heute dieses Bild betrachte, hätte mir eigentlich
schon damals klar werden sollen, aus solch kindlichem Material können
nur künftige Prinzessinnen entstehen.

Das Herzklopfen war damals in Oberhirschsprung gar nicht vorhanden,
setzte viel später und spontaner ein.

Du warst herangewachsen zu einer jungen bildhübschen Dame mit einem klaren Lachen und hast damit viele Köpfe verdreht, auch meinen.

Du kennst noch die strengen Sitten Deiner Eltern, behütend den einzigen
Schatz, ihre Tochter. Und so formgerecht wäre auch der Antrag gewesen, den ich gestellt hätte:
"Ich möchte um die Hand ihrer Tochter anhalten."

Unsere Eltern wären glücklich gewesen über diese Verbindung. Sie passte in ihr Konzept, eine bestehende Freundschaft wurde, durch die Bindung ihrer Kinder besiegelt.

Und du und ich? Weist du noch unsere Flitterstunden in der Bergbaude? Der Mond schien in seiner strahlenden Helle in unser Zimmer, so dass wir, die von dir mitgebrachten Kerzen, damals eine Rarität, nicht brauchten. Er spielte im Glanz Deiner goldenen Haare,
Perlmutt schimmerte Deine Haut  und eine Ahnung wurde zur Gewissheit: wir waren füreinander bestimmt.

Als der Morgen dämmerte, der Wind leicht um die Fensterläden strich,
waren die Sterne am Firmament verschwunden und Du schliefst mit einem kleinen lustvollen Stöhnen in meinem Armen ein.

Es waren Sternenstunden in Oberbärenburg, nicht dass es keine mehr
zwischen uns gab, aber alle waren anders und sie beendeten oder fingen mit einer neuen Epoche an.

Na und als Peter geboren wurde -- du wolltest einen Jungen, ich ein
Mädchen -- du hattest dich wieder einmal, wie so oft, durchgesetzt.
Ja, als er in deinen Armen lag und er nach deiner Brust griff, wäre
ich bald eifersüchtig geworden. Ich musste lernen zu teilen.
-------- Auch das waren Sternenstunden.-----------
 

Weist du noch, als wir unser gemeinsames Geschäft aufbauten, wie
schwer es war Klamotten zu beschaffen und du das Talent hattest immer verdammt gut angezogen zu sein und dazu noch hübsch und klug?
Wie oft meine Stammtischbrüder hänselten: womit ich eigentlich so viel
Glück verdiente?
-------Auch das waren Sternenstunden.--------

Als Peter in die Schule kam und ich mich bei Dir auch einmal durchgesetzt hatte -- und Du mir  Petra schenktest!
-------Auch dies waren Sternenstunden.-----------



Wo, ist eigentlich der ganze Kummer und Alltag abgeblieben?
Hast du mit deinem Lachen alle Sorgen verdrängt?
War und ist unsere Harmonie Gewohnheit oder tiefste Vertrautheit,
Innigkeit?
Wir haben unsere Seele und Körper erforscht, haben eine tiefere
Verwandlung durchlebt.
---Auch das sind Sternenstunden, anders als damals in Oberbärenburg.--

Ja und deine Schnittchen zum Abend. Der Kaffee, wie liebte ich Deinen Duft am Morgen. die glänzende Wohnung, alles mit Liebe
arrangiert. Auch wenn wir inzwischen Großeltern geworden sind,
hat sich an den mondhellen Nächten und der Zusammengehörigkeit
nichts geändert.
-----------Auch dies sind unsere Sternenstunden.----------

Nun könnten wir zurückblicken auf all diese 25 Jahre, für die ich
Dir dankbar gewesen wäre, hättest du sie mir geschenkt.
Ich bin immer auf der Suche nach dir gewesen. Und hätte dich gefunden.
            --  Dann wäre es die größte Sternenstunde für uns. --


Die Welt wird manchmal kleiner und manchmal größer --und so wird
man oft suchen, und selten finden, sie ist  doch zu groß diese Welt.

Und so bleiben unsere Hoffnungen und Sehnsüchte, unsere Träume und Wünsche oft in Weite und der Zeit hängen.
---- Aber auch Träume können zu Sternenstunden werden.---


                        Deine und meine Sternenstunden

Kommentare zu diesem Text

aliceandthebutterfly (36)
(07.04.20)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.

 Borek meinte dazu am 08.04.20:
Danke liebe Stefanie
auch über Dein Lob und DeineEmpfelung
Ja und doch schenkt das Leben Sternenstunden nur selten
liebe Grüße
Borek

 EkkehartMittelberg (07.04.20)
HaLlo Borek,
ein Text von einer großen Liebe, die sich in Träumen herzergreifend erfüllt.
LG
Ekki

 Borek antwortete darauf am 08.04.20:
Lieber Ekki,
Danke für Deine Empfehlung und Lob
es ist eine halbwahre Geschichte
Leider war es ein Wunschdenken ohne Erfüllung
Liebe Grüße Borek
iPS
in den nächsten Tagen kommt eine Geschichte von meinen
grünen paradies . Der Garten
Zur Zeit online: