An die, die ein plastisches oder plastiniertes Beispiel dafür benötigen, dass sich Soldaten im Krieg nicht in Baudenkmälern verschanzen sollen, oder Stadtschloss Aschaffenburg, (fast) alles Plastik.

Kommentar

von  DavidW

An die, die ein plastisches oder plastiniertes Beispiel dafür benötigen, dass sich Soldaten im Krieg nicht in Baudenkmälern verschanzen sollen, oder Stadtschloss Aschaffenburg, (fast) alles Plastik.

(historische Details frei erinnert, ich war am 17.07.2022 dort, bin jetzt wieder in München)

I
Das Stadtschloss Aschaffenburg wurde im zweiten Weltkrieg (1939-2045) von der 7. US-Armee gnadenlos kaputtgeschossen. Der Grund dafür war, dass der örtliche Nazikommandant dort im Keller sein Hauptquartier eingerichtet hatte. Also, auf den wurde dann halt geschossen (und das Stadtschloss).
Es ist im dortigen Museum ganz gut dokumentiert. Es gibt Nachbildungen der damaligen Ruine zu betrachten.
Später wurde das Schloss wiederaufgebaut und restauriert.

Als Besucher am Sonntag dem 17.07.2022 klopfte ich an das Treppengeländer im Erdgeschoss, das aussah wie roter Marmor, und meinte zu einer Museumswärterin: Alles Plastik. Nein, meinte sie, das sei feinster Dingsbums-Marmor aus soundso. Ich blieb bei meiner Einschätzung, es fühlte sich an wie Plastik.
Erwähnte noch, dass der bayrische König Ludwig der Zweite an der Produktion künstlichen Marmors forschen ließ. Die scheußlichen Ergebnisse kann man auf mindestens einer der Chiemseeinseln betrachten.
Die Bodenplatten in Aschaffenburg waren noch der echte Marmor - bloß dieses Treppengeländer, ich bleibe dabei, wohl eine Plastiknachbildung. Es fühlte sich an wie Plastik, zu weich, zu warm. Es hörte sich an wie Plastik, zu hohl und dumpf. Das Original dürfte im zweiten Weltkrieg über den Haufen geschossen worden sein.

II
War ja nicht der letzte Krieg.
Im Nachhinein stellte ich fest, dass man mich dort gekannt (erkannt?) haben muss. Als ich die Museumskasse erreicht hatte, drückte mir der Museumswärter eine russischsprachige (!) Version des Prospekts "Aschaffenburg entdecken" in die Hände. Ich lehnte verwirrt ab, das würde ich wirklich nicht verstehen. Stellte aber fest, dass ich das Pompejanum schon kenne, und in Neapel auch schon gewesen sei.
Ich kann mir denken, von woher man mich kennt. Ich will nicht sagen, woher man mich kennen dürfte. Wo ich vorher gewesen war. Erst brachte ich den russischsprachigen Prospekt in einen anderen Zusammenhang. Ich sei ein Agressor? Nein, finde ich nicht.
Ich will nicht sagen, woher man mich kennen dürfte. Oder doch, ich weiß noch nicht?


Es war absolut nicht die Querdenker-Demo, woher amn mich kennen könnte, die dort an diesem Sonntag auch noch stattgefunden hatte.

iii
Irgendjemand muss auch etwas für die Baudenkmäler und Kulturgüter im Krieg sagen.
In der Ukraine 2022 ist von der russischen Armee schon ein Theater beschossen worden und zerstört worden (?). In dem wohl Soldaten sich verschanzt hatten. Und wenn man dieses alte Stahlwerk in Mariupol (Asowstahl) mit der Zeche Zollverein in Essen in Relation setzt? Oder einfach sagt, das sei Privatbesitz?
(Kriegsdetails: Presse, so erinnert).

Den absehbaren Vorwurf, das sei ein Krieg, und da sterben /Menschen/, und etwas fd Kulturgüter zu sagen, sei menschenverachtend, weise ich zurück. Irgendjemand, Sartre und so weiter.

Ich fasse diesen russischsprachigen Prospekt, der kurzfristig in meinen Händen war, jetzt so auf, dass die Stadt Aschaffenburg (es war ein städtischer Angestellter) oder irgendwelche Personen von dort, mir ein Mandat gegeben hat-haben, auch mal etwas für die Baudenkmäler und Kulturgüter zu sagen, in diesem Krieg. Und dem kam ich gerne nach.

! den Haager Landkriegsordnung lesen.


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