Die Experten

Alltagsgedicht

von  niemand



Ein Raum, ein paar Stühle, zehn Leute vom Fach -

die geistige Fülle scheint üppig und wach.

Man kennt Nachbars Schwächen, ist selbst jedoch stark,

der Drang zum Besprechen durchfährt Bein und Mark.


Es saugen zig Augen sich fest am Objekt -

schon hat ein Gehirn was Spezielles entdeckt.

Ein Schnippen der Finger, man lacht süffisant,

es öffnen sich Lippen, das Ding ward erkannt.


Nun hagelt es Worte, man hat ein Gespür

und zeigt der Konsorte sein Gegen und Für.

Kaum ist man inmitten der Rede, da spricht

ein weiterer Mund: Ist umstritten, so nicht!


Dann kommen zwei Thesen, das sei wohl erlaubt,

man könnt dran genesen, sofern man sie glaubt!

Die fliegenden Worte [gleich Tauben im Rausch]

verdammt die Konsorte im Bogen und Bausch.


Bald folgt ein Gemenge, man schreit sich fast taub,

in räumlicher Enge und schaut, mit Verlaub,

noch nicht mal zur Uhr die schon Mitternacht schlägt.

Nur einer wird stutzig und dieser bewegt


sich hin zu dem Ding und besiehts maliziös.

Dann ruft er: „Wie putzig! Ja, lohnt sich denn dös?“

Auf einmal herrscht Stille, man denkt angesichts

der mickrigen Fülle: „Viel Lärm wohl um nichts!“





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Kommentare zu diesem Text


 Gabyi (02.04.25, 18:30)
Wenn Experten bewerten
ist es oft nur miese Expertise

LG, Gabyi

 hehnerdreck (03.04.25, 02:10)
Wenn Fachleute vom Fach fachgerecht mit dem Fächer fächern. 

LG

 plotzn (03.04.25, 10:09)
Servus Irene,

schön auf die schippe genommen! Viel Lärm um nichts scheint in zu sein. Bei der heutigen Dauererregung täte ein bisschen mehr Besonnenheit gut. Bei Experten allerdings gehört sie wohl zum Geschäftsmodell...

Liebe Grüße
Stefan
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