Bernd verzweifelte langsam, wirklich. Alle Versuche seine Frau Edeltraude (sie besteht auf das e!) in die ewigen Jagdgründe zu befördern, scheiterten bereits. Er wusste nicht, ob er mehr wütend auf sich sein oder sie noch mehr hassen sollte, als er es sowie schon tat.
Auf einer Wanderung in Salzburg kam ihm die erste Idee. Der Volksmund nennt es "Alpinscheidung": Beide gehen auf den Berg, einer kommt anschließend herunter.
Edeltraude fand das Panorama in der Nähe des Gipfels so schön, sie begann am Rande eines Abgrunds zu fotografieren. Das war für Bernd "die Gelegenheit". In dem Moment kam eine Touristenwandergruppe aus den Niederlanden um die Kurve, Bernd ließ die Arme sinken (der Staatsanwalt beurteilte dies später mit der Frank'schen Formel: "Ich will es, aber kann nicht"). Diese Gruppe schien wie eine Klette an ihnen zu kleben, auch beim Abstieg. Bernd war frustriert.
Bernd kaufte das umgangssprachliche Arsen, schüttete das Pulver massenweise unter das Gulasch, aber Edeltraude aß an diesem Abend auswärts, trank dort zu viel Wein und ihr war am nächsten Tag übel, sie rührte es nicht an. Bernd schüttete es weg.
Der dritte Versuch, auch mit Arsen, war besonders ärgerlich, denn er verwechselte das Pulver mit Mehl, Edeltraude schwärmte noch lange von Bernds Kochkünsten.
Es reichte Bernd, er musste zu drastischen Mitteln greifen, er besorgte sich legal eine Waffe, eine Glock, nahm sie auf einen Spaziergang in den nahe gelegenen Wald mit, der neben den Eisenbahnschienen lag und wusste, dass um 16:50 ein Zug vorbeifahren würde, der Schuß bliebe ungehört. Auch Edeltraude spielte ihm gut in den Plan, denn sie begann von Pilzen zu schwärmen, ging weiter vorwärts in das Dickicht und als der Zug kam, drückte er ab, dachte, er hätte getroffen, aber er traf nur den Baum, Edeltraude kam strahlend hervor und sagte: "Da schau!" hielt einen Korb voller Pilze in den Händen. "Das bringen wir jetzt der Großmutti, mein Rotkäppchen", sagte er verstimmt.
So konnte es nicht weitergehen, diese Frau hatte mehr Glück als Verstand, dachte er, aber jetzt ist Schluss.
Eines Nachts ging er in ihr Schlafzimmer, vorher trank er sich Mut an, Edeltraude rührte sich nicht, er sagte laut: "Und Tschüss!" drückte ab, traf Edeltraude, schoß nochmals und nochmals und weil es so eine Befriedigung gab, noch ein viertes Mal.
Die Schüsse wurden von den Nachbarn gehört, es kam die Polizei, Bernd wurde verhaftet.
Bernd bekam die Höchststrafe, sechs Monate wegen Störung der Totenruhe, Schändung eines Leichnahms. Die arme Edeltraude verstarb friedlich im Schlaf, dies, bevor er zu schießen begann. Sie hatte sich auch diesmal seiner Gewalt entzogen.