Als die Wehrmacht zurückkehrte

Roman zum Thema Mord/Mörder

von  Regina

Glaubhaft versicherte er stets, dass er an dem Russlandfeldzug eigentlich nicht interessiert gewesen war. Sicherlich hätte er lieber in Wiener Cafés auf charmante Art die Damen angesprochen oder sich auf Tanzböden in München herumgetrieben. Doch der Führer forderte, was den Mann hart macht.

Als einst der grauenhafte Krieg zu Ende gegangen war, sah er sich nach einer Lebensgefährtin um. Später, kurz vor seinem Tod, würde er mitteilen, dass seine Wahl auf die nächste beste gefallen war. Schließlich befanden sich viele Gleichaltrige im Jenseits, während der Wiederaufbau des Landes drängte, so dass auch eine eingeschränkte Partnerwahl zu den Kriegsfolgen zählte, die seltener betrachtet wurden. Die Ehefrau erhielt dann immer Nachthemden und BHs als Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke. Die Arbeitsteilung in der Familie galt gewissermaßen als Naturgesetz. Liebe spielte keine Rolle, nur Pflicht.

Männliche Nachkommen der Wehrmacht würden sich unter solchem Einfluss kaum zum Galan, Gentleman oder Witzbold entwickeln. Vielmehr offenbarte sich auch weiterhin jener hartherzige Mann, der sich nunmehr, Herrenmensch wähnend, dem zivilen Leben zuwandte und das Wirtschaftswunder vollbrachte. Da die Siegermächte sie an weiteren militärischen Aktionen hinderten, mussten sie ihr soldatisches Verhalten im Beruf verwirklichen. Selbst die arabische Seele, mit dem Koran in der Hand die Islamisierung der Welt unternehmend, erscheint ja noch empathischer als diese Art von gewalttätigem Germanentum. 


Wie ein Mantra hatte der Wehrmachtsvater seinen Söhnen eingehämmert, dass nicht nur Disziplin und Pünktlichkeit, sondern eine eigene Firma die Lösung aller Berufsprobleme sei, eben, weil ihm diese verwehrt war.

Doch es gab auch sensiblere Naturen unter den Veteranen, die, anstatt ihre soldatischen Gewohnheiten beizubehalten, das Vergessen von Kriegsszenen im Alkohol suchten. Auch deren Frauen und Kinder würden leiden müssen.







Anmerkung von Regina:

Auszug aus einem Kriminalroman

Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig

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