Bedecktes Land

Gedicht zum Thema Erkenntnis

von  Citronella

Ein weißes Leichentuch bedeckt das Land,

für das man früher weltweit Beifall fand.

Für kurze Zeit verschwindet Restnatur,

wird gnädig zugedeckt; die Quadratur

des Kreises bleibt vorerst gewagter Plan.

Am Windradneubau ruht der Monsterkran.


Ein weißes Leichentuch bedeckt das Land,

das einst für Sicherheit und Sorgfalt stand.

Zwar leben etliche in Saus und Braus,

doch viele bleiben lieber ganz zu Haus,

verängstigt von zu engen Großstadtgassen

und aufgebrachten bunten Menschenmassen.


Ein weißes Leichentuch bedeckt das Land,

das in Bedeutungslosigkeit verschwand.

Vermisst wird's wohl von jungen Menschen kaum,

doch bleibt es Stoff für einen schönen Traum,

in dem ein alter Mensch sein Leben sieht,

das voller Glanz an ihm vorüberzieht.


Doch wenn der letzte Schnee geschmolzen ist,

es wieder Klarheit gibt und keinen Zwist,

entsteht aus Meinungsfreiheit neuer Mut.

Dann wird so wie im Märchen alles gut.

Das Land könnt schnell in alter Pracht erblühn

und Macht und Geltung wie dereinst versprühn.



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Kommentare zu diesem Text


 Jedermann (07.01.26, 18:59)
Die letzte Strophe versprüht zu viel Optimismus  :(

 Citronella meinte dazu am 07.01.26 um 19:08:
Ja, da hast du wahrscheinlich recht. Ich habe auch lange gezögert, wollte aber im neuen Jahr nicht gleich wieder so negativ rüberkommen und sensible Leser beunruhigen ... 

Aber vielleicht wird ja noch einmal ein Märchen wahr.
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