Schreibblockade

Text zum Thema Schreiben

von  KriegerinDerTräume

Ein Gesicht gezeichnet von der Zeit, Kummer und Freude beugt sich über das leere Blatt. Die Muse flieht geschwind in ihrem alten Gewand. Die Feder liegt schwer in der Hand. Die nächtlichen Stunden entfliehen. Schlaflos suchst du die Bilder, die dich einst inspiriert haben. Die Musik vermag nicht deine Seele zu bewegen. Sie liegt angekettet vom Alltag. Farblos die Welt. Die Farben sickern nicht mehr zwischen den Zeilen, auch die Düsternis nicht. Sie liegt nur um dich herum. Kein Sternenmeer kann dich ermuntern. Die Schönheit der Nacht verzerrt sich in einem Kaleidoskop triviale Gedanken. Bedeutungslos, belanglos, leer. Das meiste, dass du liest, erscheint dir ohne Gefühl, ohne Funke. Das Feuer, das früher brannte, ist erlöschen. Die Schwingen, gebrochen. Wenn die Worte nicht fließen, fühlst du dich leer. Sie waren unablässig deine Freunde, oder Feinde. Je nachdem man es betrachtet. Dein Blick flaniert über die sinnlosen Zeilen und du lehnst dich müde an deinem Suhl zurück. Ein weiterer Text für die Tonne. Weitere nutzlose Worte. Du hörst sie aus Verzweiflung weinen, weil sie kein Werk schmücken können. Reden ist Silber, schweigen ist Gold. Aber ein schweigender Schreiber ist keinen Penny wert. Ja, du bist ein einfacher Schreiber, kein Autor oder Poet. Du kleidest dich nur oft mit dem Wort, damit deine Seele nicht nackt friert.
Vergebliche Mühe. Du zerknüllst das Blatt und wirfst es weg.



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Kommentare zu diesem Text


 Fridolin (20.01.26, 04:58)
Naja, weggeworfen hast Du es nicht, sondern hier eingestellt, und das ist auch gut so, denn Du beschreibst etwas, das wohl viele hier kennen. Und Du beschreibst es ziemlich gekonnt, würde ich meinen, was mich ziemlich sicher macht, dass auch wieder andere Tage kommen werden.

 KriegerinDerTräume meinte dazu am 20.01.26 um 05:38:
Na ja, wegwerfen war mehr metaphorisch gemint. Danke für "gekonnt beschrieben". Das waren nur Gedanken über eine Schreibblockade.

LG
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