

Frau Holle: „Siehst du, alter Rauschebart, meine Betten sind ordentlich ausgeschüttelt! Die Welt da unten ist wieder weiß. Aber pass auf, dass du mir die Flocken nicht zu Eisplatten verhärtest. Die Kinder sollen weich fallen!“
Väterchen Frost: „Ach, liebe Frau Holle, deine Federn sind ja schön und gut. Aber ohne meine Kunst – den Reif auf den Zweigen und die Eiskristalle am Fenster – fehlte der Zauber. Meine Gaben sind eben für die, die auch bei Kälte tapfer bleiben.“
Frau Holle: „Tapfer ja, aber nicht erfroren! Ich sorge deshalb dafür, dass die fleißigen Kleinen dann im Goldregen stehen*. Der Schnee muss flauschig sein, nicht eisig.“
Väterchen Frost: „Verstanden. Ich kümmere mich um die Nächte, die den Atem stocken lassen, und du um die weißen Tage. Und wenn die Faulpelze kommen, schüttest du ihnen Pech übern Balg *, und ich sorge für den Wind, der sie umgehend wieder nach Hause treibt.“
Frau Holle: „So machen wir es. Auf einen eisigen, weißen Winter!“
*„Frau Holle“, bekannt als das Märchen von Goldmarie und Pechmarie, ist eine Erzählung der Brüder Grimm über zwei Stiefschwestern. Die fleißige Goldmarie wird für ihre Arbeitsamkeit im Zauberreich der Frau Holle mit Gold belohnt, während die faule Pechmarie für ihren Ungehorsam mit einer lebenslangen Pechschicht bestraft wird.