AM KATZENTISCH DER WELTPOLITIK - Wie Europa unter Trump 2.0 um Einfluss und Sicherheit ringt

Politische Revue zum Thema Europa

von  harzgebirgler



Berlin/Brüssel/Washington – Februar 2026. Die transatlantischen Beziehungen haben den kältesten Winter seit Jahrzehnten hinter sich. Nach der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus im Januar 2025 hat sich die Weltordnung radikal verschoben. Europa – einst stolzer Partner auf Augenhöhe – findet sich in einer neuen Realität wieder: Es sitzt am Katzentisch.


Akt 1: Der Zoll-Hammer und die Ökonomie der Angst


Die Revue beginnt mit einem Paukenschlag. Nach Trumps Ausrufung des "Nationalen Notstands" im April 2025 und der Verhängung von pauschalen Zöllen (mindestens 10 % auf fast alle Waren), ist der Handelskrieg in vollem Gange. Die EU versucht zu kontern, doch der "Zoll-Hammer" trifft die deutsche Autoindustrie und europäische Exporteure hart.

  • Die Szene: Brüssel wirkt gespalten. Während einige EU-Staaten auf Härte setzen, suchen andere den direkten Draht zu Trump, um Ausnahmen zu erhandeln. Die transatlantische Geschlossenheit ist einer "Ökonomie der Angst" gewichen.


Akt 2: Ukraine – Die Europäer müssen zahlen


In der Ukraine-Frage hat Trump Fakten geschaffen. Er verhandelt direkt mit Putin – oft ohne die Ukraine und meist ohne Europa. Europa muss zusehen, wie die Sicherheitsarchitektur der letzten Jahrzehnte umgebaut wird.

  • Die Szene: Trump verlangt, dass Europa die Hauptlast der Verteidigung und des Wiederaufbaus trägt, während er die NATO als "obsolet" oder zumindest als "Rabatt-Club" bezeichnet, in dem die Europäer nicht genug zahlen. Die Stimmung ist düster: Europa wird militärisch unabhängig, bleibt aber außen vor, wenn die großen Entscheidungen fallen.


Akt 3: Die Spaltung von innen


Trump 2.0 ist strategischer als 1.0. Er versucht nicht nur, Europa als Ganzes zu schwächen, sondern die EU von innen heraus zu untergraben. Durch bilaterale Deals mit populistischen Regierungen in Europa werden europäische Einheitsfronten durchbrochen.

  • Die Szene: Ein Treffen in Washington, bei dem einige europäische Staatschefs hofiert werden, während andere ignoriert werden. Die EU wirkt wie ein langsamer Tanker, der den wendigen Schnellbooten der nationalstaatlichen Eigeninteressen nicht gewachsen ist.


Epilog: Hoffnung auf "Europa-Stärke"?


Der Vorhang fällt nicht. Die Revue endet mit einem zwiespältigen Ausblick. Die Münchner Sicherheitskonferenz 2026 war ein Treffen der Ernüchterung, aber auch der Erkenntnis. Die Erkenntnis, dass der Katzentisch der Weltpolitik kein Dauerzustand sein darf.

  • Das Fazit: Die "Zeitenwende" ist in der ultimativen Konsequenz angekommen. Europa muss sich zwischen "mit, ohne oder gegen Washington" entscheiden. Es ist der schmerzhafte Abschied von der transatlantischen Illusion der 90er Jahre und der Beginn einer (hoffentlich) eigenständigen europäischen Geopolitik.






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