VOM TRUMP TOWER INS WEISSE HAUS
Politische Revue zum Thema Erinnerung
von harzgebirgler
Akt I: Der Abstieg aus dem Tower (Juni 2015)
Der Vorhang hebt sich. Es ist der 16. Juni 2015. Eine Rolltreppe im Trump Tower, Fifth Avenue, New York. Donald Trump, Immobilienmogul und TV-Star, fährt hinab und verkündet seine Kandidatur für die Präsidentschaft. Die politische Elite lacht. Die Kommentatoren sind fassungslos.
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Der Stil: Mit Slogans wie „Make America Great Again“ (MAGA) und einer direkten, oft konfrontativen Sprache auf Twitter und in sozialen Medien überbrückt er traditionelle Medien.
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Die Botschaft: Er verspricht den „vergessenen Amerikanern“, Washington DC „auszumisten“, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu bauen und Handelsabkommen neu zu verhandeln.
Akt II: Der Kampf um die Macht (2016)
Was als Publicity-Stunt begann, entwickelt sich zu einem politischen Flächenbrand. Trump fegt durch die Vorwahlen der Republikaner, zerstört etablierte Konkurrenten und mobilisiert eine Basis, die sich von der Politik abgehängt fühlt. Er verwandelt Kundgebungen in emotionale Volksfeste.
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Der Wendepunkt: Im November 2016 besiegt Trump entgegen aller Umfragen Hillary Clinton. Er zieht als 45. Präsident in das Weiße Haus ein.
Akt III: Einzug in das Weiße Haus (Januar 2017)
Der Wechsel von der 58. Etage des Trump Tower in das Weiße Haus ist ein kultureller Schock für Washington. Trump bringt den Stil eines CEOs und Entertainers in das historische Gebäude.
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Die erste Amtshandlung: Sofortige Konfrontation. Er nennt Medien „Fake News“ und beginnt eine Serie von Exekutivordnungen (Executive Orders), um Umweltvorschriften zu lockern und Einwanderung zu beschränken.
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Der Regierungsstil: Chaos als Methode. Hohe Fluktuation im Stab, Tweets, die die Märkte bewegen, und eine Politik des „America First“, die Verbündete irritiert und internationale Abkommen (wie das Pariser Klimaabkommen) aufkündigt.
Akt IV: „Feuer und Zorn“ und der Ballsaal (2017–2021)
Die Präsidentschaft ist geprägt von ständigen Untersuchungen, zwei Amtsenthebungsverfahren (Impeachments) und einer tiefen Polarisierung der Gesellschaft.
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Die Ära: Politico beschreibt es als einen „vierjährigen Sturm aus Tweets, Kundgebungen und Wutausbrüchen“.
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Die Bilanz: Steuererleichterungen (Tax Cuts and Jobs Act 2017), die Neubesetzung von drei Supreme-Court-Richtern und eine starke Wirtschaft vor der COVID-19-Pandemie.
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Die Symbolik: Trump versucht, das Weiße Haus umzugestalten, plant sogar den Bau eines riesigen neuen Ballsals im Ostflügel, was Kritiker als persönliche Geltungssucht interpretieren.
Akt V: Das Comeback (2024-2026)
Nach der Niederlage 2020 und dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar, kehrt Trump 2024 zurück. Er gewinnt die Wahl erneut und startet seine „Agenda 47“.
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Der neue Anlauf: Die Revue zeigt einen Trump, der sich nun als „retributor“ (Vergeltungssuchender) inszeniert, mit dem Ziel, die Bürokratie radikal zu kürzen und die Grenzsicherung zu "säubern".
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Das Fazit: Die Reise vom Trump Tower ins Weiße Haus ist nicht nur eine Biografie, sondern der Beweis, wie eine Person die Regeln des politischen Establishments brechen und die Vereinigten Staaten dauerhaft prägen kann.
Der Vorhang fällt, aber die politische Inszenierung geht weiter.