Der Samen im Garten der Dornen

Parabel zum Thema Wahrnehmung

von  Saira

Ein Garten wucherte allein in einem Tal,
voll Dornen und Gift.


Die Pflanzen stachen, verdrehten sich,
gefangen in ihrer eigenen Hässlichkeit.

Ein kleiner Samen fiel dorther,
zart, aber entschlossen, voller Leben.

Er spürte die Enge, das Gift,
den stummen Hass, der alles verschlang.

Langsam, mit Mühe, riss er sich los,
entwischte zwischen Dornen und Schatten,
trieb über steinige Erde,
bis er einen stillen Ort erreichte.

Dort war der Boden weich,
die Luft ruhig,
und Blumen blühten in allen Farben.

Der Samen öffnete seine Blätter.
Er wuchs.




 

©Sigrun Al-Badri/ 2026



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Kommentare zu diesem Text


 Nuna (21.03.26, 10:45)
Eine berührende Geschichte liebe Saira lese ich hier, gut nachvollziehbar auf den Menschen übertragen ..so wie dieser kleine Samen der sich vor toxischer Energie innerhalb einer Familie retten möchte, habe ich mich auch schon gefühlt. Nicht zu vergessen von diesen  dornigen Pflanzen abzustammen auf dem Weg in ein liebevolles Umfeld mit der Chance positiv weiter zu wachsen, dem Negativen entkommen? Bleibt er nicht immer Teil von einem selbst?
Dennoch ein mutiger Samen der sich traut neue Flugbahnen zu erforschen anstatt einfach herab zu sinken und sich seinem Schicksal zu ergeben.

LG Nuna
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