Richtigstellung 6 - Mobilfunk in Deutschland

Gedanke zum Thema Technik

von  tueichler

Seit einigen Jahren schon hört in Deutschland die Debatte nicht auf, warum es so viele weiße Flecke auf der Karte unserer Mobilfunkabdeckung gibt. Wir sind kürzlich von Kaiserslautern quer durch den Pfälzer Wald in Richtung Landau gefahren. Wunderschöne Landschaften, großartige Ausblicke und aufregende Straßen. Nur, passieren darf einem hier nichts, da es weit und breit keinen Mobilfunkempfang entlang der Straße gibt, der auch nur für einen Notruf ausgereicht hätte.

Wir schoben das natürlich auf die Tatsache, dass der Pfälzerwald ein Naturpark ist und dort unter Umständen Beschränkungen gelten könnten, die einen flächendeckenden Ausbau der Netze verhindern. Das wäre zwar denkbar, jedoch nützte einem das im Falle, dass man sein Titanross oder seine Motorkutsche aus der Kurve direkt in den Graben, den daneben befindlichen Wald oder das darunter sich befindende Moor lenkt, leider gar nichts.

Anfang März unternahmen wir nun eine Reise nach Kenia, um dort auf Safari zu gehen. Nationalparks sind dort größenmäßig deutlich anders aufgestellt als in Deutschland. Das geht, weil Kenia schlicht weg größer ist. Zum Beispiel sind Tsavo-East und Tsavo-West zusammen größer als Hessen. Was wir aber feststellten, zum Beispiel im Samburu-Park, war, dass es dort überall ausreichend Mobilfunkempfang gab – mindestens LTE-Netz. Das stellte uns nun doch vor ein Rätsel. Mitten in der Wildnis mal eben in WhatsApp ein Foto vom Zebra geschossen und verschickt, keine Minute später die Frage aus Deutschland, warum hier die Pferde gestreift wären. Diese Frage ist schnell beantwortet - natürlich, damit sich die Tiere auf Straßen mit Zebrastreifen vor hungrigen Raubkatzen verbergen können, im Mimikri, sozusagen.

 

Aber das war natürlich keine Erklärung für den Mobilfunkempfang. Bis uns unser Guide aufklärte, dass es mehrere Arten Giraffen gäbe. Da wären die Massaigiraffen, die Rothschildgiraffen und die Netzgiraffen. Endlich ging uns eine Licht auf. Giraffen überragen jegliche Vegetation, da sie sich ja fast ausschließlich von Schirmakazien ernähren, deren Blätter bekanntlich weit oben hängen. Außerdem ziehen Giraffen sowohl in kleinen Familiengruppen durchs Land, als auch als Einzelgänger, besonders die Bullen. Da sich die Giraffen nun so regelmäßig über das Land verteilen und die Vegetation mit einer Höhe bis zu 7 Metern vom Boden überragen ist klar, warum hier überall Mobilfunk möglich ist. Es sind die Netzgiraffen!

 

Schlagartig ist uns klar geworden, warum flächendeckender Mobilfunk in Deutschland so kompliziert ist. Ich habe in Deutschland in bisher keinem Nationalpark Netzgiraffen gesehen.



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Kommentare zu diesem Text


 Citronella (25.03.26, 14:58)
Köstlich! 
Ob's aber wirklich nur an den fehlenden Netzgiraffen liegt, dass Deutschland wieder zum Drittweltland geworden ist?  

 tueichler meinte dazu am 25.03.26 um 15:21:
Merci - ich habs nochmal umsortiert, ist jetzt Nummer 6
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