Ich trete in einen Raum ein, und der Raum betritt mich. Was macht der Raum mit mir?
Ich schaue mich um, und die Kunst dringt in mich ein: Bilder, Skulpturen, Worte, Gerüche.
Manches geht mir runter wie Butter, Gerüche beflügeln mich, ich schwebe zeitweise. Andere harte Brocken bleiben in meinen Verdauungskanälen hängen und weigern sich, herabzugleiten. Ich hänge daran fest.
Mit dem Verlassen des Raums schüttle ich Eindrücke ab: die, die schon verarbeitet sind, die, die nicht so wichtig sind oder kurzlebig. Vielleicht sind die schon flüchtig, geflohen vor mir?
Bei anderen weiß ich nicht, wo sie sind und ob sie bleiben: ins Herz eingedrungen, in die Adern geflossen, ins Gehirn geschwemmt. Sind die im Gehirn die wichtigsten, weil so präsent?
Jeder Raum nach diesem frisst weiter: er frisst die alten Eindrücke, Räume, auch diesen, zerrt an ihnen, fordert sie heraus, umschließt sie, verklebt sich mit ihnen, geht mit und in ihnen unter.
Ich habe schon Vieles geborgen mit meinem Körper, viele Räume, über die zu reden ist, viel Raum, der zur Verfügung steht. Kein Ordnungsprinzip, nirgends.
Aus dem Chaos wächst das Gute. Ich bin der Mutterleib für die Räume, in die ich gehe, ich trage sie aus und nähre sie.
Die Räume, die mich gefressen haben, sind auch in mir, weil ich sie auch gefressen habe. Auch wenn ich sie nicht sehen kann: Ich habe sie zum Fressen gern.