Jene

Pantun zum Thema Hoffnung/Hoffnungslosigkeit

von  Moppel


 

Wenn jene Trauer mich umschleicht

so wie ein nasser Hund,

der sich das Fell am Teppich streicht,

dann spitz ich meinen Mund.

 

So wie ein nasser Hund,

der sich von Tropfen lösen will,

spitz ich dann meinen Mund.

Und um mich her ist’s seltsam still.

 

Wer sich von Tropfen lösen will,

muss einen Teppich haben,

(denn um ihn her ist´s seltsam still)

um sich daran zu laben.

 

Musst einen Teppich haben.

Ich schaue auf die Veilchendolden,

um mich daran zu laben.

Die Morgensonne färbt sie golden.

 

Ich schaue auf die Veilchendolden,

wie’n Hund, der übern Teppich streicht.

Die Morgensonne färbt sie golden,

wenn jene Trauer mich umschleicht.

 



Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Kommentare zu diesem Text


 Didi.Costaire (08.04.26, 13:43)
Klingt melancholisch, aber rund.

Beste Grüße, 
Dirk

 Moppel meinte dazu am 08.04.26 um 14:43:
danke Dirk. Kann man so und so lesen... lG von M.

 AchterZwerg (08.04.26, 18:00)
Wie Dirk sagt: melancholisch.
Andererseits streift der beschriebene Hund ja seine Tropfen ab ...
es gibt also Hoffnung auf ein neues, anderes, doch ebenso schönes Leben.

Das dauert halt.

 Moppel antwortete darauf am 10.04.26 um 12:52:
ja, 8 er, so wollte ich es verstanden wissen. Danke schön und lG von M.

 TassoTuwas (08.04.26, 19:32)
Hallo Moppel,
was für eine ist liebenswerte Idee.

Darum, sollte ich im nächsten Leben als Hund auf die Welt kommen, dann nur bei dir.

Und, mein Name sei Pantun!

Herzliche Grüße
TT

Kommentar geändert am 09.04.2026 um 00:22 Uhr

 Reliwette (08.04.26, 20:07)
Hallo, liebe Moppel,
 darf ich dich so nennen? Ich sah dich verschiedentlich mit Kommentaren und schau mal als hoffentlich gebetener Gast bei Dir herein, Um Dich einschätzen zu können, muss ich mehrere Arbeiten von Dir verinnerlichen. Du weißt selbst, die Seelenzustände schwanken, auch bei mir. Man kann es auch so ausdrücken, meine Psyche ist zuweilen angeschlagen, aber ich weiß auch, dass sich dieser Zustand ändert. Ich bin 83 und habe nur einige wenige "Kaffeestunden", die mir bleiben.Das bedeutet, dass ich allen Schmerz, alle Widerwärtigkeiten, die das Leben als Überraschung für seine Bewohner bereit hält, kennne und sie durchlebt habe.
Ich schicke Dir jetzt erst einmal einen poetischgen Gruß, auch an deinen Hunde, der dich begleitet.
Lieber Gruß!
Hartmut

 Moppel schrieb daraufhin am 10.04.26 um 12:56:
danke, Tasso. Ja, da bist du nicht er Erste, der sich das wünscht. :DDann komm bitte als Dackel GGG <3
Hartmut, ich freue mich , dass meine Gedichte dein Interesse geweckt haben. Und bedanke mich für die netten Kommentare.
Auch ich habe bereits viel erlebt, obwohl ich erst 68 bin. Auch diverse Todesfälle. Aber der meines Mannes haut  echt rein, so wie der meines Vaters vor fast 30 Jahren. lG von M.

 Saira (08.04.26, 22:17)
Hallo Moppel,

dein Pantun ist schön verschlungen und lebendig. Der nasse Hund, der sich am Teppich streift, ist gleichzeitig witzig und tief. Ich spüre Trauer und den Versuch, sich davon zu lösen. 

Alles hängt zusammen: Hund, Teppich, Veilchendolden, Sonne. Am Ende bleibt ein leiser, goldener Moment, der tröstet.

Wirklich wunderschön geschrieben!

LG
Saira

 Moppel äußerte darauf am 10.04.26 um 12:58:
danke schön, Saira. Ja, das hast du genau richtig nachempfunden.
Habe etwas länger gebraucht um zu antworten, denn gestern war Enkelchen mal wieder den ganzen Tag da. Hat ja Ferien und ich muss so langsam nach fünf Mnaten ins Leben zurückkehren...
LG von M.

 AnneSeltmann (11.04.26, 07:17)
Liebe Moppel!

Ich lesee in Gedicht, das Melancholie mit leiser Skurrilität verbindet – und gerade dadurch etwas sehr Wahres über Trauer erzählt:
dass sie manchmal unerquicklich, seltsam und beinahe absurd ist, und dennoch durchlichtet werden kann.

Liebe Grüße

Anne

 Moppel ergänzte dazu am 11.04.26 um 17:29:
das hast du gut interpretoiert, liebe Anne. Ja, durchaus kommt es einem manchmal so vor. Und dann muss man achtgeben, dass man sie sich nicht vergoldet und aus Trauer Selbstmitleid wird... danke dir und lG von M.
Zur Zeit online: