'ADO GOLDKANTE' AN DIE GARDINENLOSEN FENSTER IM TULPENREICHEN HOLLAND UNTER DEM #PREDIGER#MOTTO „ALLES IST EITEL“, DOCH OHNE VORHÄNGE KÄSE... – zum Genre des Tages:

Predigt zum Thema Fantasie

von  harzgebirgler


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meine lieben, nackten glasfreunde zwischen texel und maastricht,


hört auf die stimme der vernunft, hört auf die ado goldkante! ich blicke über die grenze und was sehe ich? nichts als gähnende leere, nackte scheiben und tiefe einblicke bis in die hinterste ecke eurer einbauküchen.

ich weiß, ihr seid stolz auf eure offenheit. ihr denkt: ‚warum etwas verstecken? alles auf der welt ist ohnehin eitel und vergänglich!‘ schön und gut, aber ich sage euch: alles ist zwar eitel, doch ohne vorhänge nur käse!


ja, genau: käse! und zwar nicht der gute, gereifte gouda, sondern die sorte ‚alter socken‘. ein fenster ohne stoff ist wie ein bitterbal ohne füllung – außen hart, innen hohl und irgendwie fehlt der zusammenhalt.

wollt ihr wirklich, dass die ganze nachbarschaft live miterlebt, wie ihr euch beim netflix-abend die krümel vom pyjama pickt? ohne mich seid ihr wie eine nackte frikandel im schaufenster der snackwand -
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man kann zwar alles sehen, aber will man das wirklich so genau wissen?


und weil ihr so stur seid, kommt jetzt die quittung: wenn ihr nicht freiwillig in falten investiert, dann gnade euch gott vor der neuen
europäischen gardinensteuer! wer meint, seine privatsphäre wie freiwild auszustellen, zahlt pro quadratmeter nacktem glas eine saftige voyeurismus-abgabe. da wird das ‚essen aus der wand‘ bald zum luxusgut, weil der fiskus euch für jedes unbedeckte fenster die taschen leert!


seid gewiss: wahre eleganz braucht einen rahmen. ein bisschen faltenwurf hier, eine prise goldkante da – das ist nicht eitel, das ist anstand! wer sich hinter mir verbirgt, hat stil (und muss die fenster nicht ganz so oft putzen, weil ich dezent drüberliege).


also, liebe nachbarn: gebt euch einen ruck! ein leben ohne vorhang ist wie holland ohne tulpen und grachten – einfach unvorstellbar. hängt euch was schönes vor die hütte, bevor die steuerfahndung mit dem luxus-gouda-zollstock vor der tür steht.


in tiefer verbundenheit und edlem fall,


eure


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Anmerkung von harzgebirgler:

Faktischer Hintergrund der 'Gardinenpredigt' ist das vor allem in den Niederlanden kulturell tief verwurzelte und bis heute weit verbreitete Offenlassen von Gardinen oder der vollständige Verzicht darauf.
*
Snack uit de muur“ (Snack aus der Wand) ist ein niederländisches Phänomen, bei dem warme Snacks wie Kroketten oder Frikadellen aus kleinen, gläsernen Automatenfächern in der Wand einer Snackbar (oft FEBO) gezogen werden. Diese Automatieken genannten Verkaufsstellen sind fester Bestandteil der niederländischen Esskultur, entstanden aus der Nachkriegszeit, und bieten eine schnelle, bequeme Möglichkeit zur Selbstbedienung rund um die Uhr.

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Kommentare zu diesem Text


 TassoTuwas (09.04.26, 12:29)
Ein Haus ohne jederlei Gardine
das ist nur ne kahle Wand mit Loch
mit freiem Blick bis in die Duschkabine
auf propre Meisjes oder lieber noch
auf die charmante Marianne Koch
   :) 
Herzliche Grüße
TT

 harzgebirgler meinte dazu am 09.04.26 um 14:19:
:) :) :D :D
ja, prüde kann man sie nicht nennen
die so gardinen kaum groß kennen
und einblicke ins haus gestatten
wogegen wir seit je was hatten
doch sei in prosa kurz erklärt
warum man dorten so verfährt:
historisch gesehen steckt dahinter der strenge calvinismus. früher galt die devise: ‚ich habe nichts zu verbergen!‘ wer die vorhänge zuzog, stand sofort unter dem verdacht, zu sündigen, unmäßig zu schmausen oder gar eitle reichtümer anzuhäufen.
zudem gab es im 18. jahrhundert tatsächlich eine art fenstersteuer, die sich nach der größe und anzahl der fenster richtete. wer zeigen konnte, dass er riesige, unverhüllte fenster hatte, bewies damit: ‚ich bin so wohlhabend, dass ich mir nicht nur das glas, sondern auch die steuer darauf leisten kann!‘
heute ist es einfach pure gewohnheit – oder die pure lust am kiekjes (gucken).


lg mit <3 lichem schmunzeldank
henning

 AchterZwerg (10.04.26, 08:48)
Die goldne Kante lob ich mir,
noch mehr den Goldbrand aus der DDR:
Der klotzte rein und machte schier
unmöglich jeden echten Nahverkehr!

. :ermm:

 harzgebirgler antwortete darauf am 10.04.26 um 16:36:
:) :)
'danziger goldwasser' ist auch nicht schlecht
und das gold in dem likör sogar echt. :D

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