Solange

Gedicht zum Thema Angst

von  AnneSeltmann


manchmal

streift mich der gedanke

 

wie kalter wind

an einer ungeschützten stelle

 

was

wenn du

vor mir gehst

 

und ich

noch bleiben muss

 

mit deinen schallplatten

deinem lachen

dem abdruck deiner tage

im haus

 

dann

nehme ich deine hand

ein wenig bewusster

 

als müsste ich

dem moment sagen:

bleib

 

doch vielleicht

ist liebe

nicht die angst

vor dem verlieren

 

sondern

das wissen

dass selbst fehlendes

bleiben kann

 

in gesten

in stimmen

in allem

was ein mensch

im anderen hinterlässt

 

und bis dahin

bist du hier

 

warm

wirklich

atmend

 

und ich

lerne

dem heute

mehr zu trauen

als meiner angst

 



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Kommentare zu diesem Text


 Moppel (12.04.26, 10:49)
Dem heute mehr vertrauen als der Angst, liebe Anne. Das ist sicherlich vernünftig, denn man weiß nicht, unter welchen Umständen der Geliebte geht. 
Es gibt Trauer um einen Menschen, für den der Tod Erlösung ist, so wie bei meiner Mutter. Es gibt Trauer um einen menschen,wo der TOd einem, obwohl man täglich hingeht, den menschen nimmt ohne Abschied, so wie bei meinem Vater. Und solche, wo Menschen unerwartet aus dem Leben gerissen werden, so wie bei meinem Mann. Die Trauer bei den letzten beiden ist ungleich schwerer zu verarbeiten.
Ich wünsche es keinem. 
lG von Monika
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