Taube trifft Schnösel

Kurzprosa zum Thema Wege

von  Saira

Der feine Herr Schnösel wollte nur zügig zur Arbeit eilen.


Kaum trat er aus dem Haus, begann der Regen, ihm in den Kragen zu tropfen. Ein nasser Hundehaufen auf dem Bürgersteig wartete offenbar schon auf ihn und landete punktgenau unter seinem Schuh.


Der Regenschirm, von ihm stets als Ausdruck unantastbarer Eleganz geführt, glitt ihm aus der Hand, drehte eine Pirouette und landete kopfüber im Matsch.


„Wie unschön“, murmelte er, während der Wind ihm einen zusätzlichen Tropfen auf die feine Krawatte blies.


Eine Taube, die auf dem Geländer saß, schien ihn mit spöttischem Blick zu mustern. Sie hob ab und landete einen Treffer auf seinem Haupt.

Der Briefträger, der gerade vorbeiging, schmunzelte nur still in sich hinein.


Herr Schnösel versuchte, den Schuh abzutreten und den Schirm aufzurichten. Mit einem leisen Seufzer setzte er seinen Gang fort, die Schuhe schmatzten bei jedem Schritt, und irgendwo im Hinterkopf wusste er, dass er heute auf ganzer Linie verloren hatte.

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026




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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (03.05.26, 08:42)
Liebe Saira,
an manchen Tagen weht wirklich alles schief! Der arme Herr Scnösel.
Lieber Gruß!
Reli

 franky (03.05.26, 08:45)
Hi liebe sigi, 

Es gibt solche Tage, wo nichts, 
aber gar Nichts gelingen mag. 

Liebe Grüße von Franky
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