Taube trifft Schnösel

Kurzprosa zum Thema Wege

von  Saira

Der feine Herr Schnösel wollte nur zügig zur Arbeit eilen.


Kaum trat er aus dem Haus, begann der Regen, ihm in den Kragen zu tropfen. Ein nasser Hundehaufen auf dem Bürgersteig wartete offenbar schon auf ihn und landete punktgenau unter seinem Schuh.


Der Regenschirm, von ihm stets als Ausdruck unantastbarer Eleganz geführt, glitt ihm aus der Hand, drehte eine Pirouette und landete kopfüber im Matsch.


„Wie unschön“, murmelte er, während der Wind ihm einen zusätzlichen Tropfen auf die feine Krawatte blies.


Eine Taube, die auf dem Geländer saß, schien ihn mit spöttischem Blick zu mustern. Sie hob ab und landete einen Treffer auf seinem Haupt.

Der Briefträger, der gerade vorbeiging, schmunzelte nur still in sich hinein.


Herr Schnösel versuchte, den Schuh abzutreten und den Schirm aufzurichten. Mit einem leisen Seufzer setzte er seinen Gang fort, die Schuhe schmatzten bei jedem Schritt, und irgendwo im Hinterkopf wusste er, dass er heute auf ganzer Linie verloren hatte.

 

 

©Sigrun Al-Badri/ 2026




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Kommentare zu diesem Text


 Reliwette (03.05.26, 08:42)
Liebe Saira,
an manchen Tagen weht wirklich alles schief! Der arme Herr Scnösel.
Lieber Gruß!
Reli

 Saira meinte dazu am 03.05.26 um 13:19:
Da sagst du etwas, lieber Reli  :(

Es gibt Tage, an denen sollte man besser im Bett bleiben!

Herzliche Grüße
Saira

 Reliwette antwortete darauf am 03.05.26 um 18:42:
Aber alleine maxht das im Bett auch keinen Spaß - außer man ist todmüde
Lieber Gruß!
Reli winkt.

 Saira schrieb daraufhin am 03.05.26 um 19:40:
Naja, auch im Bett können kleine oder größere Katastrophen passieren, oder nicht? Ich hörte mal, dass ein Pärchen in einer Jugendherberge drei Betten kaputtgeliebt haben sollen. Sachen gibt's 

 Reliwette äußerte darauf am 03.05.26 um 20:01:
Ich habe auch davon gehört. Ist aber schon ein paar Jährchen her. Je  die sind bestimmt vom Kleiderschrank ins Bett gesprungen. Die Bettenkonstruktionen in Jugendherbergen waren wohl auch nicht die solidesten - damals? Und wer weiß, wie viele Kilos da aufeinander losgegangen sinf? Zuweilen gibt es die einfachsten Erklärungen für phänomenale Ereihnisse.

 Saira ergänzte dazu am 04.05.26 um 09:16:
Ganz sicher dasselbe Pärchen. Die Welt ist klein, aber ihre Bettenexplosionen sind legendär. 

 franky (03.05.26, 08:45)
Hi liebe sigi, 

Es gibt solche Tage, wo nichts, 
aber gar Nichts gelingen mag. 

Liebe Grüße von Franky

 Saira meinte dazu am 03.05.26 um 13:21:
Hi, lieber Franky,

diese Tage kenne ich auch  :ermm:

Ich wünsche dir möglichst wenige davon.

Sonnenscheingrüße
Sigi

 Didi.Costaire (03.05.26, 10:08)
Moin Sigi, 

morgen legt er den Weg sicherlich wieder in seinem feinen Gefährt zurück, direkt von Garage zu Garage...

Liebe Grüße, 
Dirk

 Saira meinte dazu am 03.05.26 um 13:24:
Moin Dirk,

da kannst du recht haben. Ob dann ein Reifen platzt und der Scheibenwischer quietscht? Wirklich sicher vor "Schäden", die einem den Tag versauen, ist man ja nirgendwo, nicht wahr?   :ermm:

Liebe Grüße
Sigi

Antwort geändert am 03.05.2026 um 13:25 Uhr

 Didi.Costaire meinte dazu am 03.05.26 um 14:09:
🤪

 TassoTuwas (03.05.26, 15:27)
Moin Sigi,
solche Tage gibt es, sie kommen unerwartet und können jeden treffen. Aber nicht jeden treffen sie gleich hart.
Die einen müssen weiter zur Arbeit eilen, die anderen können sich sagen: "Das gibt heut nichts" und drehen um.
Es war schon immer besser "der Andere" zu sein  :D !
Liebe Grüße
TT

 Saira meinte dazu am 03.05.26 um 19:13:
Moin, mein lieber und weiser Freund,
 
ja, aber will man das wirklich? Macht es uns nicht stärker, wenn wir uns den Herausforderungen stellen, bis wir eines Tages tatsächlich umkehren, weil ein Tag manche Härte übertrifft … och nee, das wollen wir nicht erleben, nicht wahr?.
 
Ach, ich weiß, du bist stark und ich bin in der Geisterbahn sicher bei dir. Nichts kann uns erschüttern!
 
Liebe Grüße
Sigi

 EkkehartMittelberg (03.05.26, 17:16)
Hallo Sigi,
das macht den Unterschied,
viele erleben nicht einen Tag wie Herr Schnösel. sondern ein ganzes Leben.
Li8ebe Grüße
Ekki

 Saira meinte dazu am 03.05.26 um 19:16:
Hallo Ekki,

das ist bitter, aber du hast recht, das gibt es wohl. Das sind die echten Pechvögel  :(

Ich wünsche dir einen schönen Sonntagabendausklang ohne Scherereien.

Herzlichst
Sigi

 AchterZwerg (03.05.26, 19:35)
Einen solchen Tag hatte ich gestern!
Nachdem ich dreieinhalb Stunden wutentbrannt meinen Fahrradschlüssel gesucht, alle, wirklich alle Jacken, Hosen und Handtaschen durchforstet hatte, fand ich ihn schließlich in einer Kostümjacke, obwohl ich damit natürlich niemals Fahrrad fahren würde.
Daraufhin schnitt ich mir zügig in den Finger.
Hernach floss mir eine sämige Sauce volle Kanne auf den Küchenboden!  :ermm:

Grüß den Schnösel. Versichre ihm meine Zuneigung!

 Saira meinte dazu am 03.05.26 um 19:48:
Och Mönsch, du Arme! Dat kenn ick. Schlüssel liegen grundsätzlich nicht da, wo ich meine, sie zuletzt hingelegt zu haben. So ergeht es mir aber leider auch mit meinen drei Brillen (alle im unterschiedlichen Einsatz) und verschiedenen anderen Dingen.
 
Okay, ich hole dann nicht gleich die Schere …, aber ich habe durchaus Verständnis für deine Wut.
 
Oh und Schnösel hab ich deine Zuneigung gewhattsappt. Der Mann ist jetzt sowas von glücklich.  :) <3


Er fragte nach deiner Telefonnummer.

 Hannes (03.05.26, 20:36)
"Jedes Ding hat drei Seiten. 
Eine positive, eine negative und eine komische."
Karl Valentin

 Saira meinte dazu am 04.05.26 um 09:20:
Karl Valentin hätte Herrn Schnösel an diesem Tag sicher als sein Meisterwerk gefeiert. Positiv? Eher nicht. Negativ? Auf jeden Fall. Komisch? Wohl auch!

Liebe Grüße
Saira
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