Einzelzimmer

Lyrischer Prosatext zum Thema Isolation

von  Whanky931



Immer fand ich Belustigung darin,
Einen anderen Menschen zu sehen,
Wie nach Jahren seine Sicht verschwimmt,
Und er anfängt sich zu verzählen.

Ein Stapel Papier in der Vitrine,
Im gesamten Raum tausend weitere,
Er musste sich nie genieren,
Denn er wusste ihm lag dieses schreiben.

Atmet er ein, ist es Staub,
Atmet er aus, ist er es auch,
Nie ganz allein, es wandern die Mäuse,
Nicht zuletzt auch durch sein Gehäuse.

Er geht selten weg wenn es ihn plagt,
Denn hier fühlt er sich in Sicherheit,
Mittig, Eversestesk, ein Papierstapel ragt,
Und sich an gewaltige Bergketten reiht.

Mathematisch unerklärlich viele Stunden,
Sitzt er nun beklemmend fest,
Fände er doch die irgendwann verlegte Lunte,
Gäbe er ihr mit Feuer den Rest.

Doch wehte irgendwann auch die letzte Seite zu,
Fiel das Zimmer zusammen, und wurde zum Buch.
Der Titel leider unbekannt, wer hätte es gedacht,
Ein Lesezeichen gab es nicht, ich habs euch nie vermacht.


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