Selbstherrlichkeitsballade

Persiflage zum Thema Allzu Menschliches

von  Pensionstarifklempner

Selbstherrlichkeitsballade in Dünkelversen


Es war ein Mann mit hoher Stirn, 

der sprach in Schleifen, mit Bier und schier. 

Er sagte: „Hört, ich bin so tief, 

dass selbst der Abgrund

mir nie schrieb einen Brief


Er trank den Kaffee, kalt und bitter, 

und nannte’s „Existenz im Zwischensitter“. 

Er schrieb drei Seiten über Nichts, 

und nannte’s dann „die Kunst des Lichts“.


Am Abend sprach er mit dem Kater, 

über Hegel, Kant und dem heiligen Vater.

Der Kater schlief. Der Mann war stolz: 

„Siehst du, ich durchdring’ den und das Schmolz!“


Als er dann suchte seinen Schuh, 

vergaß er ganz, was er grad mit sich tu. 

Er fand ihn auf dem Bücherstappel – 

und nannte’s „Schicksal, metaphysisch eine Pappel."


So lacht er sich und lacht die Welt, 

bis er merkt: Er sich doll selbst gefällt. 

Doch manchmal, ja, das muss man sagen, 

ist’s schön, sich selbst mit 'nem Korn zu jagen.


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