Und nun?

Text

von  klausKuckuck

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Ich danke schön. Die guten Wünsche salben

Das reparierte Herz. Es pumpt schon wieder fast

Wie einst im Mai. Der Blick zieht mit den Schwalben

Irgendwohin ins Blaue, ja, der ganze Kerl

Streckt sich schon wieder, und die Sinne kleben

Am neuen Leben.

 

Was, bitte, fang ich mit dem neuen Leben an?

Bin ich noch ganz der Alte? Ist die Welt noch rund?

Mir fehlen immerhin fast dreizehn Pfund,

An mir ist sozusagen kaum noch etwas dran.

 

Ich geh mit kleinen Schritten durch die Welt.

Die großen Schritte muss ich mir verkneifen;

Solang die Lungen noch Proteste pfeifen,

Bin ich auf halbe Schlagzahl eingestellt.


Ich geh mit kleinen Schritten hin zu einem Hund

Und setz mich neben ihn.

Der Hund ist bunt

In einen Strickpullover eingezwängt,

Die Sonne sengt, der Hund verschenkt

Ein Nasenstubsen, und er denkt.


Es denkt der Hund: Der Mensch da neben mir

Ist insofern ein sorgenfreies Tier,

Als er pullovermäßig in der Mittagshitze,

In der ich schwitzend ihm zur Seite sitze,

Sich das Gestrickte runterreißen könnte

Und in den nächsten Gulli schmeißen könnte.

Ich kann das nicht, ich bin gestraft,

Als Hund und höheres Geschöpf versklavt.

 

Das denkt der Hund. – Ich denke an die Jahre,

Die ich noch habe, nämlich fünfzehn garantiert.

Und plötzlich seh ich mich zerfallen,

Ich seh mich nach dem Leben krallen,

Ich seh mich strickpullovermäßg etabliert

Im Zimmer bei den Alten, und die Haare,

Die ich noch zählen kann, die fliegen auf

Im Abendwind zum Himmel rauf,

Ich ende schließlich irgendwie versklavt

am Fenster hockend

Und wütend gegen alles Lebensschöne bockend.

Da spricht der Hund:

«Hör einfach auf zu denken,

Du könntest mir ein Eis mit Sahne schenken!»




Anmerkung von klausKuckuck:

14 Jahre obendrauf sind es bis heute geworden, das Ärzte-Team hatte ganze Arbeit geleistet.

In ein paar Tagen werde ich 87 … und wie es der alte Fritz aus Berlin vorgemacht hat, verabschiede ich mich jetzt auch von KV. Es ist genug. Ich wünsche euch allen hier weiterhin Sturmböen von Einfällen und Wortgewitter bis zum Jüngsten Tag. Ich sage servus … und füge hinzu (so hab' ichs mal in Wien gehört): Bitt' um gute Nachred."

P/KK

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Kommentare zu diesem Text


 IngeWrobel (07.06.26, 00:51)
Ohne kV wird`s Dir stinklangweilig – ich weiß das. 
Du denkst noch zu irdisch, so mit verpflichtet fühlen und Erwartungshaltung und so... 
Jetzt kannst Du beginnen, den göttlichen Flow zu entwickeln und zu genießen, dass niemand hier einen Anspruch hat. Nur Du allein entscheidest, ob Du an und wann in der Stimmung bist, mal eben durch unsere Verse und Zeilen zu schweben ... 
Ich würd mich freuen! 
Inge, auch schon dabei, leicht abzuheben (JG 42) 
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