Verwahren - (History)

Text zum Thema Kinder/ Kindheit

von  Gabyi

Mein Vater hatte die Angewohnheit, Dinge zu verwahren. Auch wenn sie ihm nicht gehörten und er sie sich ungefragt aneignete. Er nahm sie an sich und sagte dann: “Ich verwahre das mal”, und dann brachte er es in den Keller, seinen Lieblingsort. Mein Bruder erzählte mir, er habe ihn immer dafür gehasst.
Mein Vater hatte eine Banklehre absolviert und arbeitete im Finanzamt. Ansonsten war er sehr sparsam, geradezu geizig. Ich erinner mich daran, dass er mir ein einziges mal ein Fünfzig-Pfennigstück geschenkt hat. Und einmal einen Kaubonbon.
Verwahren ist ethymologisch mit "wahr" verwandt. Es war wirklich wahr, dass er knauserich war. Er hatte zu viel im Krieg verloren, nämlich seine Heimat. Er saß oft an meinem Bettrand, jammerte und ich bekam Mitleid mit ihm. Dann verprügelte er mich.


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Kommentare zu diesem Text


 niemand (12.06.26, 19:37)
@ Gabyi
Das ist doch mal etwas aus der Realität. Ein gutes Stück Wahrheit, ein Gegenstück zur oft verlogenen Verklärung der Mitmenschen, des Lebens
und der Welt. LG Irene
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