Hasenkötel - (History)

Text zum Thema Kinder/ Kindheit

von  Gabyi

Meine Lieblingsbonbons aus der Kindheit waren “Hasenkötel”. Das waren kleine, unregelmäßig gerundete Bonbons aus Zuckerlakritz. Wir kauften sie beim blinden Höker Straßburger, der die Teilchen einzeln mit der Hand abzählte. Zwei Stück für einen Pfennig. Ob er sich vorher die Hände gewaschen hatte, blieb offen und war auch nicht Gegenstand des Interesses. Zumal es zuvor schon ziemlich lange gedauert hatte, bis er in seinem Laden erschienen war. Er zählte die Teile einzeln in eine Papiertüte, welche nach unten hin spitz zulief. Zwanzig Stück für zehn Pfennige, das war ein Groschen. Wenn man die Hasenkötel zerkaute, lief eine lakritzige Flüssigkeit in den Mund, die in heutigen Zeiten unter ein Kinderschutzprogramm fallen würde. Danach kann man lange suchen in Zeiten der Wokeness. Ammoniumchlorid ist gesundheitsgefährdend sagt der Verbraucherschutz. Es führt zur Reizung von Augen, Atemwegen und Schleimhäuten. Na und, wenn es lecker schmeckt.


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