Nur ein Wunder

Lied

von  Nanna

Nur ein Wunder

Nur widerstrebend wandre ich
den kurzen Weg nach Haus.
Der Glockenklang begleitet mich
und ruft die Christnacht aus.

Die Wohnung, sie ist ungeschmückt,
bis auf den Räuchermann
und einen kleinen Baum aus Glas
mit bunten Kugeln dran.

So lang von Stern und Kind geträumt
und dann die Botschaft fast versäumt,
zu müde für die neue Mär,
als ob dahinter gar nichts wär.
So traurig, dass man fast ertrinkt,
und nur ein Wunder Rettung bringt.


Ich öffne eine Flasche Wein,
nichts Teures – Alltagskost,
und schalte den Computer ein.
Tatsächlich! Ich hab Post!

Herr K. hat meinen Text vertont
und schickt ihn mir als Gruß,
fragt mich bescheiden, ob es lohnt?
Wie Flocken schmilzt mein Blues.

So lang von Stern und Kind geträumt
und dann die Botschaft fast versäumt,
zu müde für die neue Mär,
als ob dahinter gar nichts wär.
So traurig, dass man fast ertrinkt,
und nur ein Wunder Rettung bringt.


Wir senden E-Mails hin und her.
Mein Herz, bis vorhin noch so schwer,
strömt über, reißt die Mauern ein,
lässt mich beim Jesuskinde sein …

So lang von Stern und Kind geträumt
und dann die Botschaft fast versäumt,
zu müde für die neue Mär,
als ob dahinter gar nichts wär.
So traurig, dass man fast ertrinkt,
und nur ein Wunder Rettung bringt.



Anmerkung von Nanna:

In ein paar Tagen ist der längste Tag und die kürzeste Nacht. Dann dreht sich alles wieder um und in einem halben Jahr ist Weihnachten. ;)

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