Leise Worte

Prosagedicht

von  Vaga

Als die Sommerhitze flirrte, träumte ich,

wie ich als Kind mit den Augen 

einen Sonnenstrahl einfangen konnte

und ihn mit in die Räume nahm,

in denen ich nicht allein war,

mich aber manchmal so fühlte.


Nach einer fieberhaften Krankheit

heilten mich allein Mutters leise Worte

und die klare Päckchensuppe,

die sie mir behutsam 

mit einem kleinen Löffel zu essen gab,

um meinen Genesungshunger zu stillen.


Und da waren noch die roten 

Lutschpastillen, die ich langsam

im Munde zergehen ließ,

weil sie mit ihrer Süße

die Bitternis vertrieben, 

die mir zuweilen nicht aus dem Kopf ging.


Froh war ich, wenn Mutter

das eine Lied nicht sang,

das mich immer so traurig machte.


Noch heute kommt es mir manchmal

in den Sinn. Dann höre ich es länger 

als mir lieb ist, so wie jetzt

in diesem Augenblick, während ich 

meine leisen Worte aufschreibe.






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