Jeder Fortschritt ist Katastrophe

Text

von  Otto

Laut Walter Benjamin ist der Fortschritt

die Katastrophe selber, die er verhüten will

 

 

Die Erbsünde der Menschheit war die Neolithische Revolution vor zehn Jahrtausenden, der Schritt von nomadischen Naturvölkern zu den sesshaften Agrarkulturen : Seither ist die Fortschrittsgeschichte der technologischen Hochkulturen eine einzige Verfallsgeschichte mit Kriegen, Sozialrevolutionen und Ausbeutungshierarchien von Herren und Knechten. Europas einziger Beitrag zu den Weltkulturen war die technische Anwendung der mathematischen Naturwissenschaften. Die Erbsünde der Neuzeit ist der Industrialismus, dessen Füllhorn sich als Büchse der Pandora entpuppte und der lieber neuartige Bedürfnisse weckt, als ewigen Naturbedarf zu decken und die Arbeitszeiten maschinell radikal zu kürzen. Und Ökologismus will nur KI vorbereiten, die neue Runde der Naturbeherrschung und technologischen Weltrationalisierung.

1769 erfand der Brite James Watt die Dampfmaschine : Startschuss der Industriellen Revolution. 1789 brach die Französische Revolution des industriell bewaffneten Bürgertums gegen den Grundbesitzadel aus, der den ganzen Industrialismus verschlafen hatte. Die Industriegesellschaft ist ein einziger Irrweg, ein geistig zu überwindendes historisches Intermezzo. Es lebe die postindustrielle Gesellschaft, die nie wieder eine Dienstleistungsgesellschaft von Knochen-, Routine- und Drecksarbeitern sein sollte!  Der Steinzeitmensch arbeitete nur vier Stunden lang täglich für seinen Bedarf. Wir heute schuften mit all unseren Maschinenparks noch immer doppelt so lange. Da stimmt doch was nicht.

 

Schon vor einem Jahrhundert empfahl Chesterton, die Enzyklika „De rerum novarum“ (1891) von „Arbeiterpapst“ Leo XIII. zu lesen und allen Fortschritt zu stoppen (der Gottes Schöpfung nur als bloßen Rohstoff für die ver(schlimm)bessernden menschlichen Schöpfungen missbrauche).

 

Man bewahre das Beste aus der bisherigen Technikentwicklung und schließe sie ab, um jeden Familienhaushalt zum freien agrarischen „Selbstversorger“ zu machen, der nicht mehr für Profitjäger und andere zu schuften habe:

 „Three-acres-and-a-cow“ – mit Traktor, eventuell mit Laden und Genossenschaft für Dürrejahre … 

 

Niemand sollte über Kapitalismus reden dürfen, der nicht über den Industrialismus reden wolle. Marx bewunderte die Produktivität des Kapitalismus so sehr, dass er dessen akkumulierte Reichtümer nur noch sozial gerecht verteilen wollte auf alle im „Verein freier Produzenten“. Er übersah, dass das Fatale nicht in den kapitalistischen Produktionsverhältnissen liegt (die ganz im Gegenteil die einzig effektive Form der Maschinenwelt sind), sondern in den von ihm idealisierten industriellen Produktivkräften selbst (die den Produzenten mehr versklaven als bereichern). Es gibt zu wenige Kleinkapitalisten. Denn jeder Sozialismus hat den vollentwickelten Großkapitalismus ja noch vor sich statt hinter sich ...  




Anmerkung von Otto:

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Kommentare zu diesem Text


 LotharAtzert (10.07.26, 09:31)
Hättest Du gesagt, daß Du ein Ossi bist, hättest Du Dir den Rest sparen können  :)

 Otto meinte dazu am 10.07.26 um 09:45:
Das bin ich nicht und verstehe ich nicht
und denke trotzdem so. 
🤗🤔

Antwort geändert am 10.07.2026 um 09:55 Uhr

 FrankReich antwortete darauf am 10.07.26 um 10:34:
Neologismus für Lothar:
PROVOLUZZER
😂😂

 Otto schrieb daraufhin am 10.07.26 um 10:44:
https://m.youtube.com/watch?v=rrVDATvUitA&list=RDrrVDATvUitA&start_radio=1&pp=ygUMQmFjaCBiZWwgYWlyoAcB

🤔🤗

 Regina (10.07.26, 11:14)
Gemäßigtes Nomadentum war ökologisch gesehen das Beste für die Erde.

 Otto äußerte darauf am 10.07.26 um 11:37:
Die nomadischen Naturvoelker haetten nie den Agratfeudalismus starten dürfen, der sie  dann vernichtete.
 🤔🤗

Antwort geändert am 10.07.2026 um 11:40 Uhr

Antwort geändert am 10.07.2026 um 11:41 Uhr
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