Lies mich

Gedankengedicht zum Thema Trauma

von  Prajna

Komm und lies in mir, 

ich bin für dich

ein aufgeschlagenes Buch.


Blättere nach Vorne und zurück, 

suchend nach entscheidenden Zeilen, 

der passenden Stelle.


Hier Eselsohren, dort die Lesezeichen, 

Maker für tragische Momente, 

der Epilog fehlt.


-


Ich spür‘ die vorsichtige Neugier, 

ein reines, ehrliches Interesse,

wetzt das Messer.


Der Stich trifft mich tief,

die rote Tinte tropft, 

aufs schneeweiße Papier.


Blättere weiter und ich verschwinde,

aufgelöst im seligen Nebel,

blind, taub, stumm.


Der aufgewühlte Teich wird dunkel, 

glatt die silberne Fläche, 

der Geist darf 


ruhen.


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