INTERFERENZ RAND

Sonett

von  ginTon

Worte zur Kunst: Zeitgenössisch
INTERFERENZ RAND (Blankosonett)

in dem ALLOVER steckt ein Hauch von Farbe
die sich unendlich ü b e r l a g e r t hat
um in der Tiefe nichts als Nichts zu finden
wie eine Form, die es zu füllen gibt

sodass am Rand der Auftrag selbst verbleibt
den eine Menge aus dem Ganzen formt:
gemeinsam sind wir weniger allein
und einzeln intraspezifisch destruktiv

so wirkt der Rand zwar Licht- u. Farbvollkommen
gleichmäßig aufgetragen, r a t i o n a l
im Stechschritt Marsch den nächsten tief durchdrungen

mit Worten, Wiederworten, Slogans, die
aus einer Masse wabernd überkochen:
ich bin das Brot, das Licht und vieles mehr…



Anmerkung von ginTon:

*Text zum Bild:  Nils Nova INTERFERENZ RAND (Bild aus: ARTMAPP Nov 2015 – Feb 2016) Galerie Béatrice Brunner, Bern PS: die Qualität des gesehenen Bildes lässt zu wünschen übrig, ich weiß, aber das Werk stand im Internet nicht als Bildlink zur Verfügung und ich habe es dann von der Kunstzeitschrift abfotografiert, die natürlich eine ganz andere Oberfläche hat, als das eigentliche Bild. Ein ähnliches, aber komplett anderes Werk von einer anderen Künstlerin sah ich erst kürzlich und diese Farbfeldbilder, würde ich sie mal nennen, sehen im Original immer richtig gut aus. Also die wirken.

»ich bin das Brot« Zitat Joh 6,35. Des Weiteren orientiert sich das vorliegende Gedicht an dem Begriff der Interferenz, der in unterschiedlichen wissenschaftlichen Fachbereichen eine jeweils andere Deutungshoheit besitzt.  Speziell hier jedoch, also in dem vorliegenden Werk, nähern wir uns der Begrifflichkeit auf physikalischer, siehe:  hier, sprachlicher, siehe:  hier und ökologischer Ebene, siehe:  hier. PS: wo man dazu erweitern muss, dass der Anglizismus ALLOVER sowohl eine Sprachinterferenz ist, aber im Grunde genommen auch der jeweilige Kunststil ist, der genutzt wurde.

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