THE WIND BLOWS

Sonett

von  ginTon

Worte zur Kunst: Zeitgenössisch
THE WIND BLOWS (dt. der Wind weht, Blankosonett)

the wind blows Farbe auf die graue Leinwand
des Hintergrundes, der u n s c h a r f verweht
hier stand ein Wort für Leben versus Wandel
und eine Kunstwelt trotzt der Flaute, die

sich Strich für Strich dem Sturm entgegenstellte
der eine Schneise GRAUBRUCH hinterließ
wir waren licht im Ausdruck dunkler Kräfte
und auf dem Weg, noch viel mehr Sturm zu säen

du glaubst mir nicht? ich bin das ausgestoßene
Herz eines Gottes, das im Nichts verbleibt
und schräge Zeichen an die Wände kritzelt

im Herbst, im Winter, ewig weiter S c h e i n
durch mich hindurch wie lauter Glücksmomente
in diesen Schwebebrücken aus Papier…



Anmerkung von ginTon:

*Text zum Bild:  Lee Kang So THE WIND BLOWS Taddaeus Ropac Galerie, Salzburg

»Schwebebrücken aus Papier« ist der Titel einer -rumäniendeutschen Lyrikanthologie- der Gegenwart, welche von meinem kürzlich verstorbenen Literaturkollegen und Freund Hellmut Seiler, siehe:  hier herausgegeben und übersetzt wurde. In diesem Zusammenhang orientiert sich das erste Terzett an einem Gedicht ohne Titel von Horia Bădescu, welches ebenfalls in dieser Anthologie abgedruckt steht. Inhaltlich orientiert sich das vorliegende Werk zudem an den Artikel „Brückenbauer zwischen Ost und West. Südkoreas Kunstwelt trotzt der Flaute“, welches ebenfalls auf das hier präsentierte Werk THE WIND BLOWS von Lee Kang So eingeht. Dieser Artikel findet sich in der Frühjahrsausgabe 2025 der Kunstzeitschrift: ARTMAPP.

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