BRENNENDER SCHMERZENSMANN

Sonett

von  ginTon

Worte zur Kunst: Zeitgenössisch
BRENNENDER SCHMERZENSMANN (Blankosonett)

in einem Land, das deinen Weg bedroht
dich kunstvoll auszudrücken „wie du willst“
tritt schnell die Unvernunft ans Tageslicht
sich dilettantisch weit herauszulehnen

man trifft sich Underground zur Kneipenluft
der »guten Stube«, bis der Morgen graut
und wandelt zwischen Bier und Zeichenstift
in Doppeldeutigkeit A u ß e r K o n t r o l l e

jetzt brennt in uns der schräge Offset-Druck
sich farbig auszumalen, was geschieht
wenn dich - Allgegenwärtigkeit - erdrückt

führt dies zum Gruppenzwang vs. Entfremdung
zu malen, was der Schmerzensmann verpönt
ganz selbst zu sein, in dieser trauten Runde…



Anmerkung von ginTon:

*Text zum Bild:  Uwe Pfeifer BRENNENDER SCHMERZENSMANN Galerie unbekannt

Anmerkung: Das vorliegende Gedicht setzt sich primär mit den Repressalien auseinander, denen sich Künstler und Künstlerinnen der ehemaligen DDR gegenübersahen. Es wurde, wie in dem Bild BRENNENDER SCHMERZENSMANN von Uwe Pfeifer gezeigt, vermehrt mit Doppeldeutigkeit experimentiert, die im vorliegenden Fall »Phantomschmerzen« implizieren, siehe:  hier. Im Vordergrund steht somit die Handlung selbst, welche von außen kontrolliert zum inneren Verzagen oder zu Schmerzen führt, da diese Handlungsfreiheit, trotz eigener Fähigkeit, zwanghaft unterbunden werden muss (Kunstdiktat), wie ein fehlendes Körperteil, siehe:  hier und  hier

Hinweis: Du kannst diesen Text leider nicht kommentieren, da der Verfasser keine Kommentare von nicht angemeldeten Nutzern erlaubt.

Zur Zeit online: