Von Mädchen und Würmchen

Gedicht

von  Janna

Als ich heut in den Spiegel schaute
und meinem Bild Grimassen schnitt,
weil ich an seinem Anblick litt,
vernahm ich unerhörte Laute:

Was glotzt du, Weib! Du wirst nicht jünger.
Das Leben stanzte fleißig Falten;
du zählst schon lange zu den Alten.
In ein paar Jahren bist du Dünger!

Du wirst als Mahl ins Erdreich fahren,
wo Würmer dir die Lippen lecken
und Maden sich im Näschen recken.
In deinen Haaren nisten Scharen

von Larven. Aus den Ohren quillt
der Pilz und deine Haut verschimmelt,
derweil das Ungeziefer wimmelt
und seine Esslust an dir stillt.

Ich nahm mein Leder und polierte
(sein Grinsen brachte mich in Rage)
mit Sidolinspray die Visage,
die mich so spöttisch anvisierte.

Die Antwort war leicht zu verstehen:
Du kannst mit allen Kräften reiben,
die Falten wird das nicht vertreiben,
denn du wirst jetzt noch klarer sehen!




Anmerkung von Janna:

2018

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